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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig und Angilberga (Augustus una cum christianissima coniuge) begnadigen auf brieflich vorgetragene Bitten (multis epistularum documentis) des Papstes Hadrian (II.) die verbannten Bischöfe Gauderich von Velletri und Stephan von Nepi sowie den Johannes Hymmonides nebst einigen als Majestätsverbrecher (reos imperatoriae maiestatis) eingekerkerten Personen.

Überlieferung/Literatur

Vita Hadriani II., ed. Duchesne II, S. 176 (XIII). - Reg.: J-E 2890. Vgl. M2 1239g.

Kommentar

Zu den Vereinbarungen, die nach der Wahl Hadrians zwischen Ludwig und dem neuen Papst getroffen wurden, wird neben der hier erwähnten Begnadigung der Gegner des Kaisers als päpstliche Gegenleistung die zu Februar 868 (Reg. 286) erfolgte Absolution der Waldrada gehört haben, wodurch sich die Einordnung der obigen Nachricht an dieser Stelle ergibt. - Zu Gauderich von Velletri (ca. 867-879), der später zu den Vertrauten Johanns VIII. zählte und auch mit Johannes Hymmonides freundschaftlich verbunden war, vgl. Riesenberger, S. 266-269; Lohrmann, Register, S. 237, 263; s. auch Reg. 351. Zu letzterem, der zusammen mit Anastasius Bibliothecarius zu den auffälligsten Vertretern des römischen Geisteslebens am Ende des 9. Jh. zählte, s. Arnaldi, Giovanni Immonide; Wattenbach/Levison/Löwe, S. 467-469. Auch Bischof Stephan von Nepi (ca. 868-896) hat unter Johannes VIII. Karriere gemacht; vgl. Epp. VII, S. 190 Z. 30, 392 Anm. 1; Riesenberger, S. 170f. - Vgl. Dopffel, Papstwechsel, S. 137; Hartmann III/1, S. 272; Arnaldi, a.a.O., S. 49; Grotz, Hadrian II., S. 134; Hees, S. 92.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 285, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0868-00-00_1_0_1_3_1_4502_285
(Abgerufen am 29.03.2017).