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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Nach dem Tod des Papstes Nikolaus (I.) (13. November) wird ohne Mitwirkung der anwesenden kaiserlichen Missi Hadrian (II.) zum Nachfolger gewählt.

Überlieferung/Literatur

Vita Hadriani II., ed. Duchesne II, S. 173ff. (IVff.), bes. S. 174 (VI). Vgl. Ann. Bertin. a. 867, ed. Grat, S. 140; Pseudo-Liutprand c.108, PL 129, Sp. 1254f. - Regg.: J-E S. 368; M2 1239g.

Kommentar

Nach dem ausführlichen Bericht der Vita Hadriani hätten sich die Missi über das Vorgehen der Wähler beschwert, seien aber beschwichtigt worden mit der Versicherung, man habe das Recht des Kaisers nicht mißachten wollen (non Augusti causa contemptus, sed futuris temporis hoc omissum fuerit omnino prospectu, ne videlicet legatos principum in electione Romanorum presulum mos expectandi per huiusmodi fomitem inolesceret). In der Tat sah die Constitutio Romana von 824, deren Einhaltung Ludwig schon 844 erzwungen hatte (Reg. 21), keine aktive Mitwirkung der Missi bei der Papstwahl vor. Vgl. das folgende Reg.; s. aber Hlawitschka, Widonen, S. 48f. - Der schon betagte Hadrian galt den widerstreitenden Kräften an der Kurie wegen seiner besonnenen Haltung offensichtlich als ein geeigneter Kompromißkandidat; vgl. Grotz, Hadrian II., S. 120-126. - Daß Ludwig nach der Wahl Hadrians das Pactum mit der Römischen Kirche erneuert hat (so Drabek, Verträge, S. 49f.), ist nicht anzunehmen. - Vgl. Lapôtre, De Anastasio. S. 209-213; Dümmler II2, S. 210, 221-223; Heimbucher, Papstwahlen, S. 177-184; Dopffel, Papstwechsel, S. 133-143; Hartmann III/1, S. 269-271; HEES, S. 92; Ewig, Kirche im Abendland, S. 163f.; Schieffer, Frankenreich, S. 606; Sieben, Konzilsidee, S. 18f. (Lit.).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 282, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0867-11-13_1_0_1_3_1_4499_282
(Abgerufen am 22.07.2017).