Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

Sie sehen den Datensatz 220 von insgesamt 813.

Ludwig wird von den von Papst Nikolaus (I.) auf der römischen Synode Ende Oktober 863 abgesetzten Erz- bischöfen Theutgaud von Trier und Gunther von Köln bewogen, das hierdurch an Kaiser und Kirche begangene Unrecht (ipsi imperatori et omni sanctae ecclesiae iniuriam esse factam) wiedergutzumachen, und zieht nach Rom.

Überlieferung/Literatur

Regino v. Prüm a. 865, ed. Kurze, S. 83. Vgl. Ann. Bertin. a. 864, ed. Grat, S. 105f.; Erchempert c. 37, ed. Waitz, S. 248. - Reg.: M2 1222e.

Kommentar

Daß sich Ludwig gegen Ende 863 im Beneventanischen aufgehalten hätte, ist sonst nirgendwo bezeugt (skeptisch daher Hartmann III/1, S. 304 Anm. 13), doch sind wir über das Itinerar des Kaisers in den fraglichen Monaten praktisch überhaupt nicht informiert. Immerhin scheint der Hof am 1. Januar 864 im Tuszischen gewesen zu sein: Reg. 214. Unerwähnt bleibt der Romzug Ludwigs in der Vita Nicolai I, ed. Duchesne II, S. 160f. (L), doch sind mehrere Briefe des Papstes in diesen Zusammenhang zu stellen; vgl. vor allem Epp. VI, S. 340-351 Nr. 53, bes. S. 346 Z. 3ff.: iam dampnati auribus imperatoris adversus sacras regulas molesti fuerint ( J-E 2886). - Die beiden Erzbischöfe waren durch ihre Mitwirkung bei der Ehescheidung Lothars II. in Ungnade gefallen; vgl. Reg. 179 (Lit.); s. noch Fuhrmann, Propagandaschrift; Brühl, Hinkmariana II, bes. S. 55-59; Kottje, Kirchliches Recht; Untermann, Domweihe; Hartmann, Synoden, S. 274ff., bes. S. 282f. - Die Synodalakten der römischen Synode sind in den Ann. Bertin. a. 863, ed. Grat, S. 99ff., und in den Ann. Fuld. a. 863, ed. Kurze, S. 58ff. (mit Abweichungen) überliefert ( Mansi XV2, Sp. 649ff.). Vgl. auch die Verteidigungsschrift Gunthers von Köln Ann. Bertin. a. 864, ed. Grat, S. 107ff., sowie Libellus de imp. potest., ed. Zucchetti, S. 202. Ludwig war schon deshalb zur Stellungnahme aufgefordert, weil Nikolaus I. in seinem Rundschreiben das Königtum Lothars II. wegen seiner moralischen Verfehlungen in Frage gestellt hatte: Lotharius rex, si tamen rex veraciter dici possit (Ann. Bertin. a. 863, ed. Grat, S. 99). - Vgl. Dümmler II2, S. 68-73; Calmette, Diplomatie, S. 69ff.; Schrörs, Hinkmar, S. 232; Parisot, Lorraine, bes. S. 235-242; Hartmann, a.a.O., S. 256-259; Perels, Anastasius, S. 82-89; Brezzi, Roma e l'Impero medioevale, S. 63; Ewig, Kirche im Abendland, S. 163.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 213, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0863-00-00_1_0_1_3_1_4429_213
(Abgerufen am 16.01.2017).