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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig bestätigt dem Kloster Nonantola (monasterium beati confessoris Christi Silvestri) auf Bitten des Abts Petrus (II.) die von diesem vorgelegte Urkunde seines Vaters (Kaiser Lothar I.) zugunsten Abt Giselprands (Dep. Lo.I.187) sowie eine Urkunde seines Urgroßvaters Kaiser Karl (d. Gr.), in der dieser den Streit zwischen Bischof Theodor (III.) von Bologna und Abt Petrus (I.) über die Rechte an der (Tauf-)Kirche in Lizzano (Lizzano in Belvedere, Pro v. Bologna) durch einen Vergleich beigelegt hatte ( DD Karol.I.197?). - Pön 30 Pfund Silber. - Plato not. ad vicem Dructemiri. - SR. SI D. - a. imp. 8, Ind. 6. - "Petitiones servorum".

Überlieferung/Literatur

Stark beschäd. Or. Nonantola, Arch. abbaziale, cartella III, n. 3 (A). - Ebd., Kopie 17. Jh. im Fasz. "Copiae aliquot privilegiorum" (E). - Drucke: Tiraboschi, Storia di Nonantola II, Nr. 39 S. 54-55, mit "in (lies: III) Kal. Apr."; D Lu.II.29. - Regg.: B 648; M1 1182 = M2 1216.

Kommentar

In dem durch Ausrisse insbesondere an den Rändern stark beschädigten Original, das von Plato selbst mundiert wurde (vgl. M2 1211 = Reg. 158), sind mehrere Passagen nicht mehr lesbar, darunter auch jene, in der die verlorene Urkunde Lothars I. referiert wird; vgl. Dep. Lo.I.187 (Reg. 62). Andere Lücken lassen sich durch DD Karol.I.197 und D Kn.28 (Reg. 574 = NU) ergänzen. Unklar ist, ob es sich bei der im Kontext erwähnten Urkunde Karls d. Gr. tatsächlich um das überlieferte DD Karol. I.197 handelt, da dort Bischof Vitalis von Bologna und der Gründerabt Ansehn als Kontrahenten des Streits um Lizzano genannt werden. Entweder begegnet der Name des Abts Petrus I. (ab 804) hier in M2 1216 fälschlich (so Mühlbacher) oder aber Karl d. Gr. hat dem Nachfolger des Anselm den Rechtsentscheid erneuert. Für eine solche Deutung spricht auch die Erwähnung des Bischofs Theodor III. von Bologna (814-821); vgl. Lechner, Nr. 365. - Die Äbteliste des 11. Jh. (SS rer. Langob., S. 571) weist Abt Giselprand den Jahren 842-851 zu (was aber nicht ganz stimmen kann; s. Sandmann, Herrscherverzeichnisse, S. 314f.), Abt Petrus II. den Jahren 856-865. Zu Abt Anselm und seinem Nachfolger vgl. Schmid, Anselm. Zur Bischofsliste von Bologna s. Meluzzi, Vescovi; Lanzoni, Cronotassi. - Die im Kontext erwähnte Schenkung eines Langobardorum rex, der dem Kloster eine massa in loco Liziano gegeben hatte, bezieht sich wohl auf die anderweitig bekannte (verlorene) Schenkung König Aistulfs; vgl. Brühl, CD Longob. III, S. 290 Nr. 3. Zu Lizzano s. auch schon M2 1189 (Reg. 99). - Möglicherweise hat Abt Petrus II. den Kaiser auf seinem Romzug (Reg. 170) begleitet; vgl. Sandmann, a.a.O., S. 316f. Vielleicht gehört auch das Deperditum Reg. 455 hierher.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 171, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0858-03-30_1_0_1_3_1_4386_171
(Abgerufen am 23.01.2017).