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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig bestätigt auf Bitten des Mailänder Erzbischofs Angilbert (II.) (Engilbertus sancte Mediolanensis aecclesiae archiepiscopus) dessem Diakon Anspert die Besitzungen, die ihm als Bußzahlung für die Tötung (pro interfectionis scelere) seines Bruders durch einen gewissen Ansprand zugefallen und ihm neuerdings, nachdem schon Ludwigs Vater (Lothar I.) darüber eine Bestätigungsurkunde ausgestellt hatte (Dep. Lo.I.167), im Königsgericht bestätigt worden waren (scriptionis robore per iuditii certi definitionem prenotavi) (Dep.; s. Reg. 159). - Pön 1000 Mankusen Gold. - Uuerimboldus not. roga[nte] Dructemiro. - SR. SI D. - a. Lu. aug. 8, Ind. 5. - "Omnibus fidelibus".

Überlieferung/Literatur

Or. Mailand, Arch. di Stato, Museo diplom. sec. IX, n. 58 (A). - Mehrere Kopien 18./19. Jh., darunter eine, die "Nogariola" liest, verzeichnet Natale, Museo diplom. 1/2, Nr. 98. - Faksimile: Natale, a.a.O., Nr. 98. - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. II, Sp. 793-794, aus A = Argelatus, De monetis Italiae I, S. 114-115; Fumagalli, CD Sant'Ambrosiano, Nr. 78 S. 318-322; CD Langob., Nr. 201 Sp. 335-336; Natale, a.a.O., Transkription zu Nr. 98; D Lu.II.25. - Regg.: B 647; Giulini, Memorie di Milano VII2, S. 11; Hübner, Nr. 758; Cipolla, Fonti edite, Append. III, Nr. 74/1 S. 10; Fainelli, CD Veronese I, Nr. 205 S. 312; M1 1178 = M2 1212.

Kommentar

Die Identifizierung des im Original durch die Anwendung von Reagenzien kaum noch lesbaren Ausstellortes ist unsicher. Natale folgt einem jüngerem Zusatz in A, in dem es heißt: Actum in regia nostra curte Nogariola. Ob diese heute nicht mehr nachprüfbare Lesung mit dem ungewöhnlichen nostra korrekt ist, muß offen bleiben. Falls im Or. tatsächlich Nogariola gestanden haben sollte, käme Nogarole Rocca, Prov. Verona, oder Nogarole Vicentino, Prov. Vicenza in Frage. Beide Orte fügten sich gut ins Itinerar, da Ludwig im Juli in Trient mit Ludwig von Ostfranken zusammengetroffen ist; vgl. das folgende Reg. Allerdings ist keiner dieser Orte sonst als Ausstellort nachweisbar, und auch was Darmstädter, Reichsgut, S. 134f., 291, über einen Königshof Nogarole mitteilt, stützt sich nur auf das vorliegende Stück (ein weiterer nicht überzeugender Identifizierungsvorschlag bei Fumagalli, a.a.O., S. 319m. Anm. 3). Die ansonsten naheliegende Lesung Auriola, wo wir tatsächlich einen Königshof kennen (vgl. M2 1187 = Reg. 92), paßt wiederum nicht ins Itinerar. - Das von unbekannter Hand mundierte, von Werimbold aber eigenhändig rekognoszierte Stück (vgl. M2 1206 = Reg. 151) entspricht in seinen formelhaften Teilen dem Typ eines einfachen Präzepts; vgl. M2 1199 (Reg. 125). Das ungewöhnliche rogante in der Rekognitionsformel ist durch M2 1213 (Reg. 162) gedeckt. - Der Diakon Anspert könnte mit dem späteren Mailänder Erzbischof (868-881) identisch sein, der somit aus dem eigenen Klerus kam und mit seinem Vorgänger vielleicht verwandt war; zu ihm vgl. Savio, Vescovi II/1, S. 332-342.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 160, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0857-06-20_2_0_1_3_1_4375_160
(Abgerufen am 29.05.2017).