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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig bestätigt den Kanonikern (canonici) von Reggio auf Bitten des dortigen Bischofs Sigefred (Sigefredus venerabilis sacrae sedis Regiensis episcopus) die ihnen anläßlich der Gründung des Domstifts durch Sigefred (ipsa canonica praefatus Sigefredus episcopus a fundamentis edificavit) aus dem Kirchenbesitz übertragenen, namentlich aufgezählten Besitzungen, darunter mehrere Kirchen und Kirchenleute. - Gebetswunsch pro nobis. - Pön 100 Pfund Gold. - Teodacrus not. ad vicem Dructemiri. - M. SR. SI. -a. Lu. aug. 7, Ind. 5. - "Imperiali satis".

Überlieferung/Literatur

Or. (?) Reggio nell'Emilia, Arch. Capitolare, Cofano I, a. 857 I 2 (A). - Kopien: Ebd., Custodia I, a. 857 I 2, gleichzeitige Kopie in Diplomform (B). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 115, aus A (mit Reg.). - Drucke: Ughelli, Italia sacra II2, Sp. 248-249, aus B; Muratori, Antiq. Ital. V, Sp. 191-194, aus A = Heumann, Commentarii de re diplom. imperatorum I, Nr. 38 S. 491-493; Affarosi, Notizie di Reggio I, S. VI-VII Nr. 4; Tiraboschi, Mem. stor. modenesi I, Cod. diplom., Nr. 28 S. 37-39; Torelli, Le carte degli archivi reggiani I, Nr. 12 S. 34-37, aus A (mit wichtigen Varianten aus B); D Lu.II.23. - Regg.: B 645; M1 1175 = M2 1209.

Kommentar

Das Verhältnis zwischen den beiden Hauptüberlieferungen A und B ist unklar. Man könnte A für ein Original halten, das von einem ungeübten, vielleicht vom Empfänger gestellten Schreiber mundiert wurde. Da aber die Rekognition nicht von dem aus M2 1182 (Reg. 77) bekannten Teodacrus stammt und B, vielleicht eine gleichzeitige oder etwas jüngere Kopie in Diplomform (allerdings auffälligerweise ohne das in A vorhandene SR), vielleicht auch ein vom Empfänger gestellter Entwurf, einige teilweise korrektere Varianten aufweist, die Torelli, a.a.O., notiert hat, ist die Originalität von A keineswegs gesichert. - Das Siegel ist nur fragmentarisch erhalten, entspricht aber zweifellos dem zuletzt aus M2 1207 (Reg. 152) bekannten Typ. - Im ansonsten kanzleigerechten Formular (zur Arenga vgl. Hausmann/Gawlik, Nr. 1066) fällt die ungewöhnlich hohe Strafandrohung, die sich ausdrücklich gegen die Bischöfe von Reggio richtet, auf. - NU ist D Ka.III.85 (Reg. 716), das ebenfalls von kanzleifremder Hand stammt; vgl. auch DD Be.I.25 u. †8. - Die Urkunde Ludwigs wird 890 anläßlich eines Gütertauschs zwischen Domstift und Bischof erwähnt: canonica S. Marie ... quod domnus Lodovicus imperator ipsa canonica per suum preceptum sup sua constitucionem et mundburdum recepit (ed. Torelli, a.a.O., Nr. 23 S. 63f.). Dort kehren auch einige der hier in M2 1209 genannten Örtlichkeiten wieder. Vgl. auch Torelli, a.a.O., Nr. 27 S. 71-74. Zu Bischof Sigefred (Sigifrid) s. schon Regg. 26 (Kommentar) u. 106; Saccani, Vescovi, S. 40f. - Zur Sache vgl. Kehr, IP V, S. 371; Pöschl, Mensa episcopalis, bes. S. 72, 147.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 156, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0857-01-11_1_0_1_3_1_4371_156
(Abgerufen am 25.07.2017).