Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

Sie sehen den Datensatz 152 von insgesamt 813.

Ludwig bestätigt der bischöflichen Kirche von Como (sancta Comensis ecclesia) auf Bitten des dortigen Bischofs Amalrich (vocatus et electus episcopus Amalricus) nach dem Vorgang der Langobardenkönige sowie seines Großvaters (Ludwig d. Fr.) (Dep.), seines Vaters (Lothar I.) (Dep.) und gemäß seinem eigenen Privileg (Dep.), das Amalrich zusammen mit den anderen Urkunden vorgelegt hat, den Königsschutz und die Befreiung der Kirchenleute von allen öffentlichen Leistungen (ab publica functione ... immunes), die er, weil einige Kirchenleute zu solchen Leistungen gezwungen worden waren (qui publico fisco cogebantur quasdam reddere functiones), ausdrücklich bekräftigt. - 〈Werimboldus〉 canc. ad vicem Dructemiri. - a. Lu. aug. in It. 5, Ind. 3, 〈a. inc. 855〉. - "Oportet imperiali".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Mailand, Bibl. Ambrosiana, Cod. G. 164 Suss. (vormals F.S. V.24): "Privilegia Cumanae ecclesiae", Chartular 14. Jh., fol. 8r (mit einer Lücke für den Namen des Rekognoszenten u. ohne Inkarnationsjahr) (D); Como, Arch. della Curia vesc., "Privilegia Cumanae ecclesiae", Kopialbuch 16. Jh., S. 15ff. (mit von jüngerer Hand nachgetragenem Inkarnationsjahr) (E); Rom, Bibl. Vaticana, Cod. Barb. lat. 3221 (Ughelli), 17. Jh., fol. 371, aus E.-Drucke: Tatti, Annali I, S. 953, zu 855 (mit dem Namen des Rekognoszenten, offensichtlich in Analogie zu M2 1191) = CD Langob., Nr. 189 Sp. 317-318; D Lu.II.18.-Regg.: M2 1166 = M2 1202 (zu 855).

Kommentar

Da Kaiser Lothar I. in Titel und Datierung nicht mehr genannt wird, kann M2 1202 (vgl. schon M2 1200 = Reg. 143) nicht 855 ausgestellt sein, wie das Regierungsjahr Ludwigs und die Indiktion nahelegen. - Zum Ausstellort Corteolona, einer östlich von Pavia gelegenen wichtigen Pfalz, die unter Ludwig II. hier erstmals begegnet, vgl. Darmstädter, Reichsgut, bes. S. 189ff.; Vaccari, La territorialità, S. 144f.; Brühl, Fodrum I, S. 402. - Der bei Tatti auftauchende Name des Rekognoszenten Werimbold (vgl. M2 1191 = Reg. 101) ist nicht gesichert. Das Diktat nach Art des Dructemir, der zuletzt in M2 1200 (Reg. 143) begegnet war, ist unauffällig; zur Arenga s. Hausmann/Gawlik, Nr. 1485. Der von Besta (vgl. Reg. 101) geäußerte Fälschungsverdacht ist nur wenig begründet. - Alle von Bischof Amalrich vorgelegten Urkunden sind verloren; vgl. Brühl, CD Longobardo, S. 276 Nr. 1; Lechner, Nr. 96 u. 102; Dep. Lo.I.175. Daß in diesen Urkunden Como auch die Immunität verliehen wurde, die Ludwig in seiner Bestätigung nicht mehr eigens erwähnt, geht aus den jüngeren Bestätigungsurkunden hervor; vgl. bes. D O.II.166; s. auch Orsini, Giurisdizione spirituale, S. 143. Amalrich, der bereits in Reg. 101 als episcopus tituliert wurde, wird hier auffälligerweise nur vocatus et electus genannt.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 148, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0856-03-05_2_0_1_3_1_4361_148
(Abgerufen am 27.03.2017).