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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Der erkrankte Kaiser Lothar (I.) entsagt dem Thron, teilt sein Reich unter seine Söhne dergestalt, daß Ludwig Italien, Karl die Provence nebst einem Teil Burgunds und Lothar die Francia erhält, und begibt sich am 23. September ins Kloster Prüm, wo er die Mönchskutte nimmt und am 29. September stirbt.

Überlieferung/Literatur

Unter den zahlreichen Quellen, die die Abdankung und den Tod Lothars I. melden, erwähnen den Erbanteil Ludwigs ausdrücklich: Regino v. Prüm a. 855, ed. Kurze, S. 77; Ado v. Vienne, ed. Pertz, SS II, S. 322; Erchanberti cont., ed. Pertz, SS II, S. 329; Ado v. Vienne, Cont., ed. Pertz, SS II, S. 324. - Reg.: M2 1177a - b.

Kommentar

Lothar hat zuletzt am 19. September in Schüller unweit von Prüm für das zu seiner Grablege bestimmte Kloster geurkundet (D 139); zu diesem Zeitpunkt scheint er bereits dem Thron entsagt zu haben; vgl. Reg. 138A. - Konecny, S. 40, vermutet, daß Lothar I. vor seinem Tode keine ausdrückliche Erbregelung mehr getroffen hat, doch sprechen nicht nur die zit. Quellen gegen eine solche Annahme, auch die Ann. Benin. a. 856, ed. Grat, S. 73, erwähnen die paterna dispositio, nach der der junge Karl die Provence erhalten habe; vgl. Reg. 154. Ludwig war mit der Reichsteilung nicht einverstanden und hat sofort bei seinen Brüdern Protest eingelegt; vgl. Reg. 146; s. auch Manteyer, Provence, S. 79f. - Zur Abdankung Lothars I. s. noch Bund, Thronsturz, S. 434f. Zur Titeländerung Ludwigs vgl. Reg. 143.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 139, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0855-09-29_1_0_1_3_1_4352_139
(Abgerufen am 24.05.2017).