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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig sitzt zusammen mit Papst Leo (IV.) und den römischen und fränkischen Großen über die Anklage des Daniel wider den Gratian (Reg. 131) in dem von Leo III. neben St. Peter erbauten Haus (in domo, quam b. m. Leo tertius papa iuxta ecclesiam b. Pein apostoli fecerat) zu Gericht. Da Daniel seine Anschuldigung nicht erhärten kann, sich vielmehr selbst der Lüge bezichtigt, wird er nach römischem Recht - imperator nolens contra instituta veterum Augustorum peragere Romanorum - dem Gratian ausgeliefert, der ihm auf Bitten Ludwigs das Leben schenkt. Anschließend verläßt Ludwig wieder Rom.

Überlieferung/Literatur

Vita Leonis IV., ed. Duchesne II, S. 134 (CX-CXIII). Danach Chron. Farf., ed. Balzani II, S. 143. - Regg.: J-E S. 339; M2 1202b. Vgl. Reg. 131.

Kommentar

Zu dem von Leo III. erbauten Haus vgl. Vita Leonis III., ed. Duchesne II, S. 8 (XXVII). - Ludwig, der bereits einen Monat später in Pavia ein Treffen abhalten wird (Reg. 133), dürfte Rom bereits im Juni wieder verlassen haben; insofern ist die Angabe des Vitenschreibers, Leo IV. sei kurz nach dem Abzug des Kaisers gestorben (non post multos dies), nicht ganz wörtlich zu nehmen (Leo IV. starb am 17. Juli). - Allgemein zur Wahrnehmung der kaiserlichen Gerichtshoheit über Rom und zur Geltung des römischen Rechts dort vgl. Hirschfeld, Gerichtswesen, S. 425f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 132, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0855-06-00_1_0_1_3_1_4344_132
(Abgerufen am 21.01.2017).