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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig, der von dem römischen Magister militum Daniel aufgesucht worden ist (ad domni Hludovici imperatoris vestigia properavit) und dabei erfahren hat, daß der römische Magister militum Gratian, Romani palatii egregius superista ac consiliarius, beabsichtigt, Rom der Oberhoheit Ludwigs zu entziehen und sich den Griechen anzuschließen (cum eis faedus pacis conponentes), eilt wutentbrannt (inmensi furore accensus) ohne Ankündigung nach Rom (sine litteris etiam ad Romanum directis pontificem et senatum), wo er von Papst Leo (IV.) auf den Stufen von St. Peter feierlich, sicut mos est, empfangen und besänftigt wird (mellifluis praedicationis verbis placare caepit).

Überlieferung/Literatur

Vita Leonis IV., ed. Duchesne II, S. 134 (CX). Danach Chron. Farf., ed. Balzani II, S. 243. - Regg.: J-E S. 339; M2 1202a.

Kommentar

Ludwig, der zuletzt am 8. Februar in Mantua bezeugt ist ( M2 1201 = Reg. 127), muß spätestens Ende März nach Rom gezogen sein, da er schon im April in Savignano zwischen Modena und Bologna nachzuweisen ist (Reg. 130). - Zu Gratian und zu seinem ungewöhnlichen Titel vgl. Duchesne, a.a.O., S. 139 Anm. 65-66; s. schon Reg. 61; Ewald, Papstbriefe, S. 376 Anm. 4. - Zur Sache s. Bayet, Elections, S. 83; Dümmler I2, S. 393; Dopffel, Papstwechsel, S. 122; Hirschfeld, Gerichtswesen, S. 425f.; Brezzi, Roma e l'Impero medioevale, S. 57f.; Delogu, Strutture, S. 156; Hees, S. 87f. - Von einem "Römischen Senat" ist auch in Reg. 349 die Rede. Allgemein zur strittigen Frage des Weiterlebens des Römischen Senats in nachantiker Zeit vgl. Solmi, Senato Romano, bes. S. 90f.; Wattenbach/Levison/Löwe, S. 463f. Anm. 313; Arnaldi, Rinascita.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 131, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0855-05-00_1_0_1_3_1_4343_131
(Abgerufen am 24.05.2017).