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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig bestätigt der bischöflichen Kirche von Novara (Novariensis ecclesia, ... quae est constructa in honore sanctae Dei genitricis semperque virginis Mariae et sancti Gaudentii) auf Bitten des Bischofs Dodo gemäß den vorgelegten Urkunden seines Großvaters Kaiser Ludwig (d. Fr.) ( Lechner, Nr. 388) und seines Vaters Kaiser Lothar (I.) (Dep. Lo.I.178) Immunität und Königsschutz und erläßt die im einzelnen aufgeführten, an den Fiskus zu leistenden Naturalabgaben. - Gebetswunsch pro incolumitate nostra sive etiam totius imperii a Deo nobis collati. - Pön secundum legem infractae immunitatis. - Ohne Rekognition. - M. - a. Lo. aug. 35, a. Lu. imp. in It. 5, Ind. 2. - "Si erga loca".

Überlieferung/Literatur

Keine handschr. Überlief. - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 925-928, angebl. aus dem "Tabularium" von S. Giulio d'Orta = Heumann, Commentarii de re diplom. imperatorum I, Nr. 37 S. 489-491 = Bescape, La Novara sacra, Nr. 284 S. 282-283 (zu Juni 7, mit ital. Übers.) Gabotto, Nr. 8 S. 9-11 (zu Juni 7); eine weitere ital. Übers.: La decima di Invorio Inferiore La decima di Invorio Inferiore, S. 32 (zu Juni 7); D Lu.II.14. - Regg.: B 636; M1 1162 = M2 1198.

Kommentar

Eine handschriftliche Überlieferung stand schon Mühlbacher nicht mehr zur Verfügung. Zur Kollegiatkirche S. Giulio d'Orta im Lago d'Orta (Isola di San Giulio, Com. Orta San Giulio, Prov. Novara), aus deren "Tabularium" Muratori seine Druckvorlage genommen haben will, vgl. Kehr, IP VI/2, S. 58; s. auch D O.I.243. Wahrscheinlich ging diese Kopie auf den Rotulus von Novara zurück, dessen oberer Teil verloren ist; die gleiche Überlieferungssituation treffen wir in der NU D Kn. 7 (Reg. 535) an. - Das Formular bietet keine Handhabe für eine sichere Diktatbestimmung. Die verbreitete Arenga begegnet bereits in D Lu.II. M2 1181 (Reg. 75); vgl. - auch zum übrigen Formelwerk - Form. imp. 6, 11b, 12 u. 28 (Form., S. 291, 294f., 304). - Die beiden genannten VUU sind verloren; vgl. aber DD Lo.I.41 u. 42. Eine weitere NU ist D Lu.III.21. Vgl. auch D Be.I.64. - Zu Bischof Dodo (ca. 848-858), der mit mehreren Nachbarbischöfen auch ins Verbrüderungsbuch von S. Salvatore in Brescia aufgenommen wurde (Becher, San Salvatore, S. 329), vgl. Savio, Vescovi I, S. 255f.; Hlawitschka, Diptychen, S. 774. Maria als weitere Patronin des Bistums neben dem Hl. Gaudentius begegnet hier zum ersten Mal; vgl. Perotti, L'antico duomo di Novara, S. 29, 31. - Zu der ungewöhnlichen Aufzählung der Naturalabgaben vgl. Brühl, Fodrum I, S. 448f., der sie als Zeugnis "naturalwirtschaftlicher Leistungen" der Bistümer an den Königshof wertet. Das im Kontext auftauchende vel fodra exigenda ist wahrscheinlich in vel freda exigenda zu emendieren: Brühl, a.a.O.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 123, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0854-06-05_1_0_1_3_1_4335_123
(Abgerufen am 20.01.2017).