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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig verleiht dem von Abt Felmo gestifteten Kloster S. Michele in Diliano (in loco Diliano ad laudem nominis Dei sub honore archangelis Dei Michaelis ... cenobium) auf dessen Bitte hin Immunität und Königsschutz sowie das Recht der freien Abtswahl und bekräftigt seine Unabhängigkeit gegenüber dem zuständigen Bischof unter anderem im Wahl verfahren (episcopus civitatis ... nulla ordinatione aut superimpositione ... vel ... nulla electione facere audeat). - Rainus not. domni imp. ad vicem Dructimiri. - SR. NN. M. SI D. - a. Lo. imp. 33, a. Lu. aug. in It. 3, Ind. 1. - "Si enim ea".

Überlieferung/Literatur

Or. Udine, Arch. Capitolare (A). - Zahlreiche Kopien 17./18. Jh. in den Sammlungen Bini, Fontanini, Zoppi etc.; vgl. Kehr, IP VII/1, S. 17f.; Kehr, Papsturkunden in Friaul, S. 252f. (ND 2, S. 2f.). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 113 (mit Reg.). - Drucke: Gori, Symbolae litterariae II, S. 95-96 ("ex autogr. Aquileiensi" bzw. "in Tabulario Canonicorum Aquileiensium") = Kandler, CD Istriano I, zu 853; D Lu.II.9. - Regg.: Valentinelli, Regesten I, Nr. 47 S. 391 (zu 853); M1 1154 = M2 1190.

Kommentar

Das Kapitelarchiv von Udine enthält (neben dem von Cividale) die Reste des Archivs von Aquileia; vgl. Kehr, Papsturkunden, a.a.O. - Der rekognoszierende Notar Rainus hat M2 1190 mit seinem zum Teil eigenwilligen Diktat selbst geschrieben, wie der Vergleich mit dem gleichfalls aus seiner Feder stammenden M2 1201 (Reg. 127) ergibt. Die Signum-Zeile mit dem ungewöhnlichen Monogramm ist jüngere Zutat; ein Signum wird auch nicht in der Corroboratio angekündigt. In dem SR nach Art des Dructemir sind die tironischen Noten nur teilweise lesbar: [Rainus] advicem Dructemiri recognovi; vgl. Kehr, Reg. im Arch. paleogr., a.a.O. Noten finden sich auch am Ende der Datierungszeile (amen amen). - 857 hat Ludwig ein weiteres Mal für Abt Felmo geurkundet ( M2 1211 = Reg. 158) und sich dabei ausdrücklich auf M2 1190 berufen: iam olim nos ipsum cenobium sub nostro receptum habeamus mundburdio. Aus M2 1211 geht auch die Lage des Klosters in der Diözese Parenzo hervor (heute Porec, Kroatien; vgl. Kehr, IP VII/2, S. 229ff.); es ist mit dem Kloster S. Michele Sottoterra bei Montona (Motovun) nordöstlich von Parenzo zu identifizieren; vgl. Kehr, IP VII/2, S. 230. Zur Geschichte des Klosters s. Babudri, S. Michele Sottoterra, bes. S. 424f. (mit Teilübersetzung von M2 1190 ins Italienische). - Vgl. auch Delogu, Strutture, S. 178 Anm. 4.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 100, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0852-11-17_1_0_1_3_1_4311_100
(Abgerufen am 20.10.2017).