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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig schenkt dem Bischof Seufrid von Piacenza auf dessen Bitte die Frau des diesem zuvor schon urkundlich geschenkten (olim ei per praeceptum largitionis nostrae tradidimus) (Dep.) königlichen Hörigen (servus noster) Hisembald, Giseberga, mitsamt ihrer Nachkommenschaft (cum omni agnatione sua) und all ihrem Besitz zu freiem Eigen (iure proprietario), nachdem der königliche Vasall Roteri als Vertreter des Fiskus zuvor den Rechtsanspruch des Fiskus auf Giseberga, die von Geburt eine Freie war, diesen Status aber durch ihre Heirat verloren hatte (ex nativitate liberam, sed pro coniunctione ... ad partem nostram ... adquisitam), gerichtlich hatte feststellen lassen und die darüber ausgestellte Urkunde (scriptum firmitatis) nunmehr vorlegt. - Dructemirus not. - M. SR. NN. - a. Lo. imp. 32, a. Lu. imp. in It. 3, Ind. 15. - "Imperiali satis".

Überlieferung/Literatur

Or. Piacenza, Arch. Capitolare, Diplomi, cassettone I, n. 8 (A). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 112 (mit Regest). - Drücke: Campi, Dell'historia di Piacenza I, S. 457 (mit a. Lo. 23); D Lu.II.3. - Regg.: B 631; M1 1153 = M2 1188.

Kommentar

Die Datierungsangaben sind kontrovers; während die Regierungsjahre Lothars I. und die Indiktion auf 851 weisen, ergibt das dritte Jahr Ludwigs 852. Für 852 spricht auch die persönliche Rekognition durch Dructemir wie in M2 1186 u. 1187 (Regg. 87 u. 92) vom selben Jahr. Auffällig ist, daß Dructemir diesmal nur den einfachen Titel eines notarius führt, doch ist dieser Umstand für die Datierungsfrage irrelevant. - Der Königshof Orba lag am Torrente d'Orba und ist entweder mit Capriata d'Orba oder mit dem oberhalb gelegenen Castelletto d'Orba (Prov. Alessandria) zu identifizieren; vgl. Darmstädter, Reichsgut, S. 241; von dort bis zum Königshof Auriola, wo sich der Hof noch am 3. Oktober 852 aufgehalten hatte (Reg. 92), sind es etwa zwei Tagesreisen, was gleichfalls für eine Datierung ins Jahr 852 sprechen könnte, eine solche zumindest nicht ausschlösse. - Dructemir hat M2 1188, das in den Knickfalten durch Ausriß etwas beschädigt ist, wie später auch M2 1220 (Reg. 198) eigenhändig rekognosziert; von seiner Hand stammt wahrscheinlich auch die Signum-Zeile, nicht aber Kontext und Datierung; vgl. Kehr, Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 112, Regest (gegen Hein, Kanzlei Lothars I., S. 293). Die tironischen Noten in der Rekognitionsformel sind mit Tangl, Tiron. Noten, S. 144 (mit Faksimile), als Dructemirus notarius ipse rege iubente subscripsit zu lesen. Die Arenga begegnet schon in M2 1182 (Reg. 77, mit Varianten); vgl. auch Fichtenau, Arenga, S. 56 Nr. 83; Hausmann/Gawlik, Nr. 1064-1065. Die Corroboratio weist Parallelen zu jener in M2 1187 (Reg. 92) auf. - Zu Bischof Seufrid von Piacenza (837/52-865), der später zurücktrat (Regg. 236 [Kommentar], 243), vgl. Wattenbach/Levison/Löwe, S. 407, 423 Anm. 155, 875 (?) hat Ludwig auch für den Nachfolger des Seufrid, Paulus, geurkundet ( M2 1252 = Reg. 410). Der Roteri vassus domni imperatoris dürfte mit dem Hofrichter aus Regg. 126, 128 u. 150 identisch sein. - Zum Rechtsinhalt vgl. schon D LdF. M2 690 (gleichfalls für Piacenza); s. auch Dopsch, Wirtschaftsentwicklung II3, S. 41 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 95, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0852-10-05_2_0_1_3_1_4306_95
(Abgerufen am 20.01.2017).