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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Mandat Ludwigs an alle Getreuen. Er setzt seine vertrauten Helfer (ministros suos) Bischof Johannes (III. von Pisa), Markgraf Adalbert (I. von Tuszien) und seinen Vasallen Gausbert als Königsboten ein, damit sie im Wege eines Inquisitionsverfahrens (sup sacramento per inquisitionem investigare) für die Rückerstattung der dem Bistum Lucca in Tuszien und in der Romania entfremdeten Güter sorgen. Umstrittene Fälle, die sie nicht an Ort und Stelle entscheiden können, sollen nach der Stellung von Bürgschaften und der Benennung von Bürgen (sub vuadia firmisque fidiussoribus) vor das Königsgericht kommen (ante suam venire fecisset presentia). - Androhung des Huldverlustes für Widerstrebende. - Gekürzte Paraphrase ohne Eschatokoll. - "Omnibus fidelibus".

Überlieferung/Literatur

Insert im Or.-Placitum der genannten Königsboten von 853 April, Lucca, Arch. Arcivescovile, perg. †n.62 (B). - Drucke (jeweils im Rahmen des Placitum): Muratori, Antiq. Ital. III, Sp. 168f.; Barsocchini, Memorie e documenti di Lucca V/2, S. 419 (in Nr. 698); Manaresi, Placiti I, S. 201-202 (in Nr. 57); D Lu.II.7. - Regg.: Falce, Contributo, S. 84f., Nr. 1 (Reg. des Placitum); Hübner, Nr. 755; M1 1157 = M2 1192; vgl. Reg. 92.

Kommentar

In das genannte Placitum wurde ein weiteres Mandat in dieser Angelegenheit inseriert, das auf den 3. Oktober 852 datiert ist ( M2 1187 = Reg. 92). Es liegt daher die Vermutung nahe, daß auch M2 1192, das nur als gekürzte Paraphrase in indirekter Rede in das Placitum aufgenommen ist, Anfang Oktober ausgestellt wurde, auf jeden Fall aber vor 853 April (Reg. 105), als der Vassus Gausbert zusammen mit Johannes III. von Pisa und Markgraf Adalbert in Lucca zugunsten des Bistums tätig wird (vgl. auch schon M2 1187 = Reg. 92). - Zum Urkundentyp dieses Inquisitionsmandats vgl. Brunner, Zeugen- u. Inquisitionsbeweis, S. 182 Anm. 4, 197ff., 204. - Mit Romania ist nach damaligem Sprachgebrauch nicht nur der Exarchat von Ravenna, d. h. die heutige Romagna (vgl. Heidrich, Ravenna, S. 24f.), sondern überhaupt der spätere Kirchenstaat gemeint; vgl. Schneider, Reichsverwaltung, S. XII; s. schon Reg. 46, c. 9 ( Conc. III, S. 137 Z. 12 m. Anm. 16). - Im Jahre 908 ist vielleicht der Sohn des Gausbert, Wibbert, als Königsvasall im Tuszischen bezeugt; vgl. Schwarzmaier, Lucca, S. 195.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 93, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0852-10-00_1_0_1_3_1_4304_93
(Abgerufen am 20.01.2017).