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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig, der erfahren hat, daß die Vorgänger des Bischofs von Cremona den Kirchenbesitz tam pro immunitate (!) quamque etiam proprio lucro verschleudert haben, so daß der jetzige Bischof seinen Königsdienst nicht mehr geziemend leisten kann (nostrum dignissime non valeat peragere servitium), setzt den Bischof Benedikt wieder in den Vollbesitz der Kirchengüter ein und erklärt alle entgegenstehenden Pachtverträge und Rechtsakte für ungültig (omnes libellos omnesque scriptiones ... cunctas ordinationes irritos et facuos esse statuimus ... anichilatas fore sancimus), gleichgültig, ob davon Kleriker, Laien oder gar Frauen betroffen sind. - Androhung des Huldentzugs für Zuwiderhandelnde. - Herconboldus advicem Dructemiri sacri palatii not. - a. Lo. 33, a. Lu. imp. in It. 3, Ind. 15. - "Omnibus fidelibus".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Cremona, Archivio di Stato, Archivio segreto del Comune, Raccolta Ippolito Cereda, fasc. sec. IX, n. 17, Kopie 19. Jh. (aus papierner Vorlage). - Unediert.

Kommentar

Bei dem von Hagemann in seine Sammlung aufgenommenen, bislang von der Forschung nicht beachteten Stück handelt es sich um eine plumpe Fälschung nach Vorlage von D Lu.II. M2 1187 (Reg. 92) für Lucca (Protokoll und Kontext) und D Lo.I.116 (Reg. 80) für Cremona (Eschatokoll). Schon Cereda hatte Verdacht geschöpft und dabei vor allem auf die Übereinstimmungen im Datum mit D Lo.I.116 hingewiesen. Da ihm nur eine Papierkopie vorlag, wird es sich um eine jüngere gelehrte Fälschung handeln, die sich nicht nur durch das für Ludwig unmögliche Actum, sondern auch durch die im Vergleich mit M2 1187 widersinnigen Kontextvarianten verrät. Möglicherweise dienten die Drucke von M2 1187 und D Lo.I.116 bei Muratori dem unbekannten Fälscher als Vorlagen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. F90, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0852-09-11_1_0_1_3_1_4301_F90
(Abgerufen am 30.03.2017).