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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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(I) Ludwig, der in Pavia ein großes Treffen abhält (suum generalem placitum detineret), beauftragt seinen consiliarius Theoderich mit der Untersuchung der Klage der Einwohner von Cremona gegen ihren Bischof wegen der von diesem erhobenen Hafengebühren und -zölle. (II) Nachdem ein erster Termin in der Pfalz zu Pavia unter Vorsitz des Pfalzgrafen Hucpald zu keinem Ergebnis geführt hat, wird bei einem zweiten Termin in Cremona unter Vorsitz des Theoderich in einem umfänglichen Zeugenbeweis die Rechtmäßigkeit der Ansprüche des Bischofs festgestellt und die Klage abgewiesen. - Petrus not, ex iussione Theodorici misso domni imp. - a. imp. Lo. 32, Lu. 2, Ind. 15. - Unterschriften u. a. des Theoderich sowie des Audevertus clericus capellanus domni imp.

Überlieferung/Literatur

(I) Erwähnt in dem nachfolgenden Placitum. (II) Placitum des Theoderich, ed. Manaresi, Placiti I, Nr. 56 S. 193-198. - Regg.: Hübner, Nr. 746; M2 1183a.

Kommentar

In dem nur abschriftlich überlieferten Placitum ist das Tagesdatum mit dem Monat fortgefallen. Nach den angegebenen Herrscherjahren kann die Gerichtsverhandlung des Theoderich frühestens im September 851 stattgefunden haben. Da das Placitum andererseits in dem in der gleichen Angelegenheit ergangenen M2 1184 (Reg. 84) von 852 Januar 29 bereits erwähnt wird, ergibt sich auch ein sicherer Terminus ante. Schließlich legt auch der inhaltliche Zusammenhang mit D Lo.I.116 von 851 September 8 (Reg. 80) eine Einordnung des Placitum zu Ende 851 nahe; vgl. Reg. 79. Das im Text erwähnte generale placitum Ludwigs wird also etwas früher, etwa Mitte 851, stattgefunden haben. - Zum Rechtsinhalt des Placitum vgl. bes. Fasoli/Bocchi, La città medievale, S. 115-119 (mit einem Abdruck des Placitum u. italienischer Übersetzung); s. auch Reg. 84. - Zum consiliarius Theoderich, der in D Lu.II. M2 1184 (Reg. 84) als sacri palacii nostri optimas tituliert wird, vgl. Hlawitschka, Franken, S. 275; Riesenberger, S. 185f.; Keller, Struktur, S. 220f. Zum Pfalzgrafen Hucpald, der bis 860 (Reg. 183) noch mehrfach bezeugt ist, s. Hlawitschka, a.a.O., S. 204-206; Schwarzmaier, Lucca, S. 198-200. - Zum Kapellan Ludwigs II. Audevertus vgl. Fleckenstein I, S. 129.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 82, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0851-00-00_1_0_1_3_1_4293_82
(Abgerufen am 26.02.2017).