Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

Sie sehen den Datensatz 70 von insgesamt 813.

Ludwig nimmt zusammen mit seinen Missi, dem Erzkapellan Josef (Bischof von Ivrea), dem Erzbischof Angilbert (II. von Mailand) und dem Bischof Noting (von Brescia) an den Beratungen der unter dem Vorsitz des Papstes Leo (IV.) tagenden Synode teil, auf der der alte Streit zwischen den Kirchen von Siena und Arezzo, vertreten durch die Bischöfe Cancius und Petrus, über in der Grafschaft Siena gelegene, aber kirchlich von Arezzo abhängige Taufkirchen und Klöster zugunsten der Kirche von Siena entschieden wird. - Als Zeugen unterschreiben neben Papst Leo und den genannten Missi die Bischöfe Johannes (III.) von Pisa, Dominicus von Civitavecchia, Ambrosius von Lucca, Andreas von Volterra, Petrus von Orvieto, Oschisus von Pistoia, Taceprand von Chiusi, Johannes von Tuscania, Erzbischof Johannes (X.) von Ravenna, Donatus von Fiesole, Otto von Roselle (heute Grosseto), Petrus (II.) von Spoleto, Gerard von Florenz und Tanimund von Sovana. - Ohne Datierung.

Überlieferung/Literatur

Erwähnt in der angeblichen Synodalurkunde: Arezzo, Arch. Capitolare, carte del Capitolo, Nr. 18, Kopie Anf. 13. Jh. - Maßgeblicher Druck: Manaresi, Placiti I, Nr. 53 S. 176-187. Auszüge auch Polock/Schneider, Synodalurkunde, S. 496-498; die älteren Drucke ebd. S. 496. - Regg.: Lami, Ecclesiae Florentinae monumenta III, S. CXIV Nr. 853; Lamius; J-E S. 331f.; Werminghoff, Verzeichnis, S. 616; Hübner, Nr. 744; Kehr, IP III, S. 148 Nr. 9-10 = S. 200 Nr. 9-10; Schneider, Reg. Senense, Nr. 5 S. 2f.; Reg. Chart. Pistoriensium I, Nr. 38 S. 34f.; Zagni, Atti arcivescovili, Nr. XXI S. 42. Vgl. Conc. III, S. 216 Nr. 22; M2 1179a.

Kommentar

Die undatierte Synodalurkunde, deren Echtheit bereits von Besta, Contesa, bes. S. 83ff., und danach auch von Tafi, La chiesa aretina, S. 282f., sowie von Maroni, Prime comunità, S. 176ff., angezweifelt wurde, ist von Polock/Schneider, a.a.O., bes. S. 499-502, als Fälschung des frühen 12. Jahrhunderts erwiesen worden (vgl. auch Polock, Sinodo romano). Allerdings hat der Falsarius "reichhaltiges historisches Material verwendet", so daß nicht alle seine Angaben als reine Erfindung abzutun sind. Insbesondere scheint er eine oder mehrere weitgehend korrekte zeitgenössische Unterschriftslisten herangezogen zu haben. Daß Ludwig die Synode zusammen mit dem Papst geleitet haben könnte (vgl. Manaresi, a.a.O., S. 179 Z. 12-14), ist glaubwürdig. - Allgemein zum langen Streit zwischen Siena und Arezzo vgl. Polock/Schneider, a.a.O., S. 499f. - Zum Erzkapellan Josef s. schon Regg. 20, 65 u. 67. Zu Bischof Noting von Brescia, einem der engsten vertrauten Ludwigs, vgl. bes. Schmid, Hirsau, S. 30ff. (dazu Kottje, in: Rhein Vjbll 25, 1960, S. 177-179); Jakobs, Hirsauer, S. 5 Anm. 8. Zu Erzbischof Angilbert II. von Mailands. schon Regg. 20 u. 26. Zu Bischof Petrus (II.) von Arezzo, der kaum noch mit dem 843 bezeugten gleichnamigen Bischof identisch ist, sondern mit seinem gleichnamigen Nachfolger (bezeugt 853-865), vgl. Tafi, a.a.O., S. 282-285. Zu den in der Unterschriftsliste aufgeführten Bischöfen vgl. Polock/Schneider, a.a.O., S. 497 f.; Polock, Sinodo romano, S. 77-79. - Vgl. noch Delogu, Strutture, S. 149f.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. †68, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0850-04-00_2_0_1_3_1_4279_F68
(Abgerufen am 22.05.2017).