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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig ("imperatore"!) bestätigt der Äbtissin Eufrasia die Leitung des Klosters S. Maria delle Vergini (S. Maria Antiqua) in Verona.

Überlieferung/Literatur

Deperditum (?), erwähnt von A. Canobbio, Historia di Verona, Ms. Ende 16. Jh. (Verona, Bibl. Civica, Ms. 1968, Buch IV, fol. 32), und danach von Biancolini, Notizie II, S. 402. - Reg.: Fainelli, CD Veronese I, Nr. 177 S. 254f.

Kommentar

Nach der Notiz des Veroneser Juristen und Lokalhistorikers Alessandro Canobbio († 1607/8) hätte Ludwig 845 anläßlich eines Besuchs in Verona der Äbtissin Eufrasia ein Privileg ausgestellt: "come si vede in un privilegio nell'Archivio de i Padri di S. Maria in Organa". Die Bedeutung dieser Nachricht beruht auf der Tatsache, daß kein einziges sicher bezeugtes Deperditum (vgl. nur Reg. 49) aus der Zeit vor der Kaiserkrönung Ludwigs 850 bekannt ist. Auch wird allgemein angenommen, daß Ludwig vor seiner Kaiserkrönung gar nicht in eigenem Namen habe Urkunden dürfen ( Eiten, S. 143; Hees, S. 28), da die erste überlieferte Urkunde Ludwigs erst von 851 stammt (Reg. 75). Bedauerlicherweise hat bereits Giambattista Biancolini († 1780), der die Werke Canobbios Nobbios benutzt hat, dieses Privileg nicht mehr vorgefunden: "trafugato insieme con altre carte che ora mancano" (allgemein zu Canobbio vgl. Kehr, IP VII/1, S. 213; Dizion. biogr. degli italiani 18, S. 147-150). Zweifel an der Datierung des Deperditum zu 845 werden vor allem durch den Kaisertitel genährt, den Canobbio Ludwig beimißt. Immerhin wissen wir aus Reg. 30, daß Ludwig 844/45 ein Gerichtsverfahren zugunsten von S. Maria in Organo eingeleitet hat, also in Verona aktiv geworden ist. - S. Maria delle Vergini (S. Maria Antiqua) war eine alte wohl königliche Gründung, die zunächst dem Patriarchen von Aquileia unterstand, später aber an S. Maria in Organo fiel; vgl. Kehr, a.a.O., S. 253. Die Äbtissin Eufrasia begegnet noch in einer Charta des Jahres 854 ( Fainelli, a.a.O., Nr. 192 S. 292-295), in der unter Beteiligung des Ludwig nahestehenden Grafen Bernard von Verona (zu diesem vgl. schon Reg. 26, Kommentar) diese Abhängigkeit des Klosters bekräftigt wurde; vgl. auch Mor, Verona, S. 85f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. D36, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0845-00-00_1_0_1_3_1_4246_D36
(Abgerufen am 19.10.2017).