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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig, dem schon sein Großvater Ludwig d. Fr. Italien zugesichert hatte, wird zum rex Italiae erhoben.

Überlieferung/Literatur

Der Herrschaftsantritt ist zu erschließen aus dem Epochenjahr Ludwigs in mehreren Chartae und Gerichtsurkunden vor und nach 844; vgl. bes. Manaresi, Placiti I, Nr. 49 S. 160-166, bes. S. 165 Z. 16; ebd., Nr. 60 S. 217-221, bes. S. 219 Z. 21; ebd., Nr. VII S. 576-581, bes. S. 578 Z. 8-9, S. 580 Z. 14-15 (vgl. Reg. 4). - Zur Rolle Ludwigs d. Fr. s. Ann. Bertin. a. 856, ed. Grat, S. 72; Andreas v. Bergamo c. 6, ed. Waitz, S. 225. Vgl. das Epitaph Ludwigs, ed. Traube, Poet. lat. III, S. 405 Z. 4. - Vgl. M2 993c, 1063a, 1177c, Reg. 27.

Kommentar

Die Entscheidung Ludwigs d. Fr., Italien seinem gleichnamigen Enkel zuzuweisen, war vielleicht in Worms im Juni 839 gefallen, als sich Lothar I. mit Ludwig d. Fr. aussöhnte und eine Reichsteilung zwischen ihm, Karl d. Kahlen und Ludwig von Ostfranken beschlossen wurde; einen solchen Zusammenhang hat bereits Dümmler I2, S. 131 f., 249, vermutet. Den Beteiligten mag dabei das Vorbild Karls d. Gr. gegenwärtig gewesen sein, der seinem Enkel Bernhard ebenfalls Italien überlassen hatte ( M2 515b). Da Ludwig bereits in einem im März 841 ausgestellten Placitum, in dem ein Benedictus capellanus domni regis begegnet, das zweite Regierungsjahr zählt (Reg. 4), scheint er schon Ende 839/Anfang 840 von seinem Vater, der sofort nach dem Wormser Treffen nach Italien zurückgekehrt war, zum italischen König bestellt worden zu sein (vgl. auch CD Langob., Nr. 152 Sp. 262-264, von 843 August 31, mit a. Lo. 24 und a. Lu. 4). Spätestens nach dem Tode Ludwigs d. Fr. (20. Juni 840), als Lothar I. Italien auf Dauer verließ, muß Ludwig als Unterkönig in Vertretung seines Vaters die Herrschaft angetreten haben ( M2 1067a, b). - Möglicherweise ist auch die verworrene Nachricht Ados v. Vienne, ed. Pertz, SS II, S. 322: Lotharius filium suum Ludovicum, quem in Italia regem fecerat, ut imperatoris nomen sortiretur, per Drogonem patruum Romam misit (gemeint ist hier der Romzug des Jahres 844, bei dem Ludwig aber nur zum rex Langobardorum gekrönt wurde: Reg. 27), in ihrem ersten Teil (quem in Italia regem fecerat, d.h. den er zuvor schon in Italien zum König gemacht hatte) auf den Herrschaftsantritt des Jahres 840 zu beziehen. Daß Ludwig schon vor der römischen Krönung des Jahres 844 König war, bestätigt auch die Vita Sergii II., ed. Duchesne II, S. 88 (IX-XI); vgl. Reg. 24; s. noch ebd. S. 90f. (XVIII): Hludowicus ... Papiam reversus est (844), ubi ab exordio principatus sui culmen regebat. - Die Regierungsgewalt Ludwigs blieb bis zu seiner Kaiserkrönung 850 allerdings sehr eingeschränkt; so ist aus dieser Zeit keine einzige Urkunde erhalten (vgl. aber Regg. 36 u. 49). Auch nehmen die meisten Chartae vor 850 von ihm in den Datierungen keine Notiz. Immerhin muß er bereits seit 840 über einen eigenen Hofstaat nebst Kapelle verfügt haben, wie aus Reg. 4 hervorgeht. - Zum mutmaßlichen Geburtsdatum Ludwigs (zwischen 822 und 825) vgl. Eiten, S. 139; Hees, S. 26. - Vgl. noch Simson, Ludwig d. Fr. II, S. 209; Kroener, S. 11f.; Hartmann III /1, S. 195; Eiten, S. 141f.; Henggeler, S. 34f.; Schlesinger, Auflösung, S. 799.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 1, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0840-00-00_1_0_1_3_1_4210_1
(Abgerufen am 30.03.2017).