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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl bestätigt auf Bitten des an ihn herangetretenen Grafen Teutbold (dilectus nobis comes noster Teutboldus), Abt (comes vel abbas) des Klosters Saint-Jean-et-Saint-Lézin (zu Angers) (abbatia -- auch: monasterium -- sancti Iohannis et sancti Licinii), eine Urkunde Teutbolds, der zufolge dieser die bislang zum Abtsgut (in suos dominicos usus) gehörende Villa Sœurdres (Segrida) mit 30 factos coloniles und 13 (factos) serviles sowie einer Kapelle und allen Pertinenzien den Brüdern des Klosters (fratres, clerici) zu ihrem Unterhalt (usibus et stipendiis) zugewiesen hatte. -- Gebetswunsch pro nostra et populi christiani eterna felicitate. -- Aeneas clericus ad vicem Hluduwici. -- a. r. 8, Ind. 10. -- „Si loca divinis“ .

Originaldatierung:
(Kal. Mar., in Pictavis civitate)

Überlieferung/Literatur

Kopie: Angers, Arch. dép. de Maine-et-Loire, G 689, Nr. 75, Abschrift Ende 10. o. Anfang 11. Jh. (B). -- Druck: D Ka. II. 105.

Kommentar

Das Regierungsjahr weist auf 848, die Indiktion wie auch in DD 100, 101, 102, 104 auf 847; da Karl sich am 1. März des Jahres 847 in Meerssen aufhielt (Regg. 556-561), ist D 105 mit Lot / Halphen, S. 189, und Tessier dem Jahr 848 zuzuweisen. Von seinem zuletzt belegten Aufenthaltsort Tours aus (voriges Reg.) konnte Karl das knapp 100 km entfernte Poitiers auf der römischen Straße in 3-4 Tagen erreichen; vgl. Longnon, Atlas, Planche II; er befand sich wohl bereits auf dem Weg nach Bordeaux; siehe Reg. 590. -- Zu Poitiers vgl. Brühl, Palatium I, S. 168-176; Kaiser, Bischofsherrschaft, S. 188-195; Boissavit-Camus, in: Topographie chrétienne X, S. 65-92. Karl urkundete hier nur dieses eine Mal; Brühl, Fodrum, S. 44 m. Anm. 161, nimmt für D 105 eine „versteckte Klosterausfertigung“ , nämlich in Sainte-Hilaire, an; etwas vorsichtiger Ders., Palatium I, S. 176. -- Zur Überlieferung von Saint-Jean-et-Saint-Lézin allgemein vgl. Giry, Notices bibliographiques, S. 70; Stein, Bibliographie, Nr. 123; D 105 ist nur als Einzelkopie Ende 10. / Anfang 11. Jh. überliefert, jedoch ist die Vorurkunde des Grafen Teutbold im Original erhalten (Druck: Tessier, Vorbemerkung zu D 105, S. 279-281). Die Arenga (Hausmann / Gawlik, Nr. 3028) erscheint wortgleich in D 106. Zum rekognoszierenden Notar Aeneas siehe Reg. 343. -- Zu Angers allgemein siehe Reg. 404, zum Kloster Saint-Jean-et-Saint-Lézin Reg. 542. Bereits Ludwig d. Fr. hatte dem Kloster unter Karl d. Gr. entfremdeten Besitz restituiert (BM2 671); Karl urkundete mehrmals für das Kloster (DD 345, 371, 372). Zu Graf Teutbold, dem Karl das Laienabbatiat des Klosters zu unbekanntem Zeitpunkt, vielleicht im Herbst 846 übertragen hatte, siehe Reg. 542; als seine Ehefrau wird in der Vorurkunde Hildegard genannt. Während Dhondt, Études sur la naissance, S. 23, 92, und Guillot, Le comte I, S. 132, 138, annehmen, daß er 848 Graf im Anjou (als Nachfolger Lamberts) war, vermutet Tessier, Vorbemerkung zu D 106, einen ortsfremden Grafen in ihm. -- Die der mensa fratrum übertragenen 43 Mansen gehörten zum etwa 30 km nördlich von Angers gelegenen Ort Sœurdres, dép. Maine-et-Loire, arr. Segré, con Châteauneuf-sur-Sarthe. -- Vgl. noch Tessier II, Additions et corrections, S. 669 (Druckfehlerkorrektur).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 588, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0848-03-01_2_0_1_2_1_588_588
(Abgerufen am 19.01.2017).