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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl befiehlt (iubemus) auf Bitten des an ihn herangetretenen Hinkmar, Erzbischof von Reims (Hincmarus sancte Remorum ecclesie religiosus nobisque valde dilectus ac venerabilis pontifex), allen, die Gut der Reimser Kirche Notre-Dame-et-Saint-Remi (sancte Dei genitricis Marie et sancti ac preciosi confessoris Christi Remigii) oder des Bistums innehaben, sei es durch Gewährung seiner (Karls) Vorgänger oder seiner selbst (per parentum antecessorum, regum, videlicet nostrorum dationem), durch Unvorsichtigkeit oder Verleihung der Rektoren der Kirche (per rectorem eiusdem ecclesie imprudentiam vel concessionem) oder aber auf Betreiben Übelwollender (quorumcumque malivolorum machinacionem), die Neunten und Zehnten jährlich in Anwesenheit der königlichen Missi dem Missus der Kirche Notre-Dame-et-Saint-Remi oder des Erzbischofs Hinkmar zu zahlen, und kündigt für den Fall der Zuwiderhandlung gemäß der Bestimmungen (capitula) seines Großvaters (Karl d. Gr.), seines Vaters (Ludwig d. Fr.) und seiner selbst den unverzüglichen Verlust des Besitzes an. -- Ohne Signum- und Rekognitionszeilen. -- a. r. 8, Ind. 10. -- „Omnibus comitibus“ .

Originaldatierung:
(IIII. Non. Sept., in monasterio sancti Quintini)

Überlieferung/Literatur

Kopien: Inseriert in: Flodoard, Historia III, c. 4, ed. Stratmann, S. 196. -- Kopien außerhalb von Flodoards Werk: Codex Udalrici, Abschrift 12. Jh., ed. Eccard, Corpus historicum. -- Drucke außerhalb von Flodoards Werk: Eccard, Corpus historicum II, Nr. 28 Sp. 40f.; Bouquet VIII, Nr. 72 S. 492; D Ka. II. 99. -- Regg.: Bréquigny I, S. 223; B 1596; Stratmann, Die Königs- und Privaturkunden, Nr. 57 S. 42.

Kommentar

Die Indiktionsangabe ist korrekt, sofern man einen Wechsel am 24. September voraussetzt; andernfalls ist sie um eine Einheit zu niedrig berechnet. Von seinem zuletzt belegten Aufenthaltsort Servais aus konnte Karl das 29 km entfernte Kloster Saint-Quentin innerhalb eines Tages erreichen; zu Saint-Quentin siehe Reg. 249. -- Zur Überlieferung der in Flodoards Werk inserierten Urkunden, die stets ohne Rekognition wiedergegeben werden, allgemein siehe Reg. 495; eine königliche Unterschrift wird in der Corroboratio nicht angekündigt. -- Zum Empfänger, zu Erzbischof Hinkmar und den Hintergründen siehe Reg. 495. Schrörs, Hinkmar, S. 48f., weist auf eine urkundlich bezeugte Gerichtsverhandlung von 848 zur Ausführung der in D 99 getroffenen Bestimmungen hin. Das zitierte Regest Stratmanns hat Dies., in: Flodoard, Historia, ed. Stratmann, S. 195 Anm. 17, korrigiert. -- Zur Urkunde vgl. noch Lot / Halphen, S. 184 Anm. 2.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 580, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0847-09-02_1_0_1_2_1_580_580
(Abgerufen am 18.08.2017).