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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl überträgt (concedimus) seinen Getreuen Adefonsus und dessen Neffen Gomesindus und Durannus (fideles nostri ... Adefonsus et nepotes sui Gomesindus et Durannus) aus Königsgut (res nostre proprietatis) im Gau von Narbonne (in pago Narbonensi) Güter in den Orten Lézignan (Liciniano), Caumont (Cabimonte) und Sainte-Candille (Sancta Candida), die sie und ihre Väter (ipsi et patres ipsorum) in Aprision (per aprisionem) hatten, zu freiem Eigen (ad proprium). -- Lomardus not. (i. e. Ionas diaconus) ad vicem Ludovici. -- a. r. 7, Ind. 10. -- „Regalis celsitudinis“ .

Originaldatierung:
(VI. Kal. Iun., Atiniaco palatio regis)

Überlieferung/Literatur

Kopie: Paris, BnF, Coll. Baluze 108, fol. 87v-88r, Abschrift 17. Jh., aus dem verlorenen Chartular der Kirche zu Elne von 1140, „livre I, charte v“ (E). -- Drucke: Marca, Marca hispanica, Nr. 20 Sp. 782f., aus E = Bouquet VIII, Nr. 69 S. 490 = Devic / Vaissète3 II, Preuves, Nr. 132 Sp. 276f.; D Ka. II. 94; Abadal, Catalunya carolíngia II/2, Nr. 18 S. 340-342. -- Regg.: Bréquigny I, S. 222; B 1593; Molinier, Catalogue des actes relatifs à l'église d'Elne, Nr. 7 Sp. 1502f.

Kommentar

Die Angaben zu Regierungsjahr und Indiktion sind korrekt; zum Ausstellort siehe Reg. 185. Für den 25. April hatte man im Frühjahr des Jahres eine Synode in Attigny angesetzt, wie Lupus von Ferrières in einem wohl in Meerssen verfaßten Schreiben an Abt Markward von Prüm (Lupus, Epp., ed. Dümmler, Nr. 60 S. 60f.; ed. Levillain, Nr. 65 S. 240) mitteilt. Die Synode fand nicht statt oder hat doch keinerlei Spuren hinterlassen, will man nicht Karls Aufenthalt einen Monat später als eine solche Spur werten. Von seinem zuletzt bezeugten Aufenthaltsort Compiègne (Reg. 566) aus konnte Karl das 148 km entfernte Attigny in 5-6 Tagen erreichen; dabei konnte er für den größten Teil der Strecke über Soissons und Reims führende römische Straßen nutzen; vgl. Longnon, Atlas, Planche II. -- Zur Überlieferung vgl. Stein, Bibliographie, Nr. 1250-1251; Tessier, Vorbemerkung. Die Arenga (Hausmann / Gawlik, Nr. 2195) wurde wie der ganze Text in Anlehnung an Form imp. Nr. 27 formuliert. Die verderbten Unterschriftszeilen (Lomardus notarius anstelle von Ionas diaconus; Signum gloriosissimi Caroli regis, die letztere bei Abadal stillschweigend korrigiert) sind überlieferungsbedingt. Zum Notar Jonas siehe Reg. 139. -- Zu den Empfängern, die laut Abadal, a.a.O., S. 340f., Katalanen sind, vgl. auch Kienast, Die fränkische Vasallität, S. 406 m. Anm. 1419. Sie gehören zu den zahlreichen hispanischen Kolonisten, die Königsgut in Septimanien per aprisionem erhalten hatten; zu diesen Hispani und dem System der Aprisio siehe Reg. 407. Gomesindus ist 862 Mitglied eines unter Vorsitz von Isembert, Missus des Grafen Humfrid, tagenden Gerichts; vgl. dazu Abadal, Vorbemerkung; Devic / Vaissète3 II, S. 161. Zur Vergabe von Königsgut in Aquitanien allgemein vgl. Martindale, The Kingdom of Aquitaine, insbesondere Nr. 32 S. 182f. -- Die Orte Lézignan, Caumont und Sainte-Candille liegen alle im dép. Aude, arr. Narbonne, con Lézignan-Corbières. -- Vgl. noch Lot / Halphen, S. 182 Anm. 1.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 570, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0847-05-27_1_0_1_2_1_570_570
(Abgerufen am 16.01.2017).