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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl empfängt eine von den im Emirat von Córdoba lebenden Christen an ihn selbst, die Bischöfe seines Reiches und alle übrigen Christen gerichtete Bitte, die Auslieferung des vor einigen Jahren vom Christen- zum Judentum übergetretenen Bodo zu fordern, da dieser den dortigen Christen großen Schaden zufüge.

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertiniani ad a. 847, ed. Grat, S. 53f.

Kommentar

Die Ann. Bertiniani schließen die Nachricht an diejenige von der Gesandtschaft des Emirs von Córdoba (Reg. 551) an; wahrscheinlich bildete die Angelegenheit wenigstens einen der Verhandlungsgegenstände. -- Bei Bodo handelt es sich um den 838 zum Judentum konvertierten Pfalzdiakon Ludwigs d. Fr., der es zu großem Einfluß bei Emir Abdarrahman II. brachte; den Ann. Bertiniani zufolge waren die Christen im Emirat Córdoba vom Tode bedroht, so sie nicht zum Judentum oder zum Islam konvertierten. Zur Lage der Christen im Emirat von Córdoba in dieser Zeit vgl. Singer, Der Maghreb, S. 277-280; zu Bodo vgl. Löwe, Die Apostasie; zur Sache besonders ebd., S. 168f.; Riess, From Aachen. Eine Reaktion Karls ist nicht überliefert. -- Vgl. Lot / Halphen, S. 170.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 552, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0846-12-00_3_0_1_2_1_552_552
(Abgerufen am 19.01.2017).