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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl bestätigt auf Bitten seines Getreuen Atto (dilectus et amabilis nobis fidelis noster ... Atto) den Verkauf per cartam venditionis von einigen Besitzungen, die Atto von Karl zu Eigen (in ius proprietarium) erhalten hat (D 28), an das Kloster (Saint-Maur-des-) Fossés (monasterio quod dicitur Fossatus, sub honore sanctae semperque virginis Domini genetricis Mariae ac sancti Petri apostolorum principis constructo), in das Atto eingetreten ist, nämlich Besitz in der im Gau (in pago) Otlinga Saxonia in der Mark (centena) Nortrinse gelegenen Villa Heidra sowie Besitz in dem im Gau von Bayeux (in pago siquidem Baiocassino) in der Mark Cingalinse gelegenen Ort Fontenay (Fontanetum) mit allen Pertinenzien. -- Meginarius not. ad vicem Hludowici. -- Ohne Signumzeile. -- SR. NN (Meginarius advicem Ludovici recognovi scripsi et subscripsi). SI D. -- a. r. 6, Ind. 8. -- „Si iusti desiderii“ .

Originaldatierung:
(Kal. Mai., Salmontiaco palatio regio)

Überlieferung/Literatur

Or. Paris, Arch. Nat., K 11, Nr. 24 (A) (ARTEM 2019). -- Faks.: Lot / Lauer / Tessier, Diplomata Karolinorum III, Taf. XIX Nr. 18; der Rekognition: Worm, Karolingische Rekognitionszeichen II, S. 64; der tironischen Noten: Jusselin, Liste chronologique, S. 221 m. Abb. 9; Tessier III, Introduction, S. 193 Abb. 84. -- Drucke: Tardif, Monuments historiques, Nr. 151 S. 98 (Auszug); D Ka. II. 84. -- Reg.: Hägermann / Hedwig, Das Polyptychon, S. 25 m. Anm. 118.

Kommentar

Die Indiktion ist wie in allen Urkunden vom Herbst 845 und Frühjahr 846 (DD 75-81, 83) um eine Einheit zu niedrig berechnet. D 84 wurde daher von Lot / Halphen, S. 144 m. Anm. 2, dem Jahr 845 zugewiesen; hier ist jedoch der Angabe der Regierungsjahre zu folgen. -- Zur Pfalz Samoussy bei Laon, die Karl bereits im Herbst 841 aufgesucht hatte, siehe Reg. 265; obwohl sie zu den bedeutendsten Pfalzen des Reiches zählte, hat Karl hier nur einmal geurkundet. Karls Itinerar im Frühjahr 846 ist nur lückenhaft zu rekonstruieren; der vor Samoussy zuletzt sicher belegte Aufenthaltsort ist Compiègne (Februar 12, Reg. 520). -- Zu den äußeren Merkmalen des Originals, das keine Signumzeile aufweist, und den Dorsualvermerken vgl. Tessier, Vorbemerkung, Anm. 3, und Tessier III, Introduction, Nr. 84 S. 19, S. 55f.: Text und Datierung stammen von der Hand des Notars Meginarius; während Tessier zunächst zu der Ansicht neigte, die Rekognition könne nicht autograph sein, und sie mit Jusselin, La chancellerie, S. 15, und Dems., Liste chronologique, S. 221, dem Notar Bartholomäus zuschrieb, korrigierte er sich später und wies die Mundierung der ganzen Urkunde dem Notar Meginarius zu. Worm, Karolingische Rekognitionszeichen I, S. 55, kehrte zu Jusselins Ansicht zurück, vermerkte allerdings, das Rekognitionszeichen wirke wie ein „Hybrid“ aus den Unterschriften Meginarius' und Bartholomäus'. Zu Meginarius siehe Reg. 187, zu Bartholomäus Reg. 453. Die Auflösung der tironischen Noten folgt Jusselin und Tessier. - Die Arenga (Hausmann / Gawlik, Nr. 2945) ist sonst nicht belegt. -- Zu Karls Getreuem Atto und zur Vorgeschichte der Güter siehe Reg. 394, zum Kloster Saint-Maur-des-Fossés und seiner Überlieferung Reg. 247. Zur Identifizierung der Orte bzw. Ortsangaben Otlinga Saxonia, Heidra und Fontenay siehe Reg. 394; die Mark Nortrinse ist vielleicht auf Noron-l'Abbaye, dép. Calvados, arr. Caen, con Falaise, zu beziehen; mit der Mark Cingalinse ist wohl eher das Cinglais als Landschaft zwischen den Flüssen Orne und Laize südlich von Caen gemeint als das ebendort gelegene Örtchen Cingal, dép. Calvados, arr. Caen, con Bretteville-sur-Laize, cne Moulines, das Lot / Halphen, S. 144 Anm. 2, zur Identifizierung anführen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 524, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0846-05-01_1_0_1_2_1_524_524
(Abgerufen am 13.12.2017).