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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl erhält von Erzbischof Amolo von Lyon dessen Schrift Contra Iudeos.

Überlieferung/Literatur

Amolo, Liber contra Judaeos ad Carolum regem, in: Migne PL 116, Sp. 141-184.

Kommentar

In der Schrift selbst wird als Abfassungszeit das Jahr 846 genannt (Sp. 153D); zur Frage der Verfasserschaft vgl. zusammenfassend Hartmann, Vetera et nova, S. 88f. Anm. 52; vgl. auch Löwe, Die Apostasie, S. 158 Anm. 5. Zwischen den Kapiteln 73-75 der Synoden Meaux-Paris (Regg. 488, 521) und Amolos Schrift besteht ein enger inhaltlicher und textlicher Zusammenhang; in den Kapiteln wird Amolos Text benutzt und bearbeitet (Hartmann, ebd., S. 89). Wahrscheinlich formulierte Amolo seine Schrift aber erst nach der Pariser Synode zu vorliegender Form und übersandte sie Karl zur Vorbereitung auf die Reichsversammlung von Épernay (Reg. 528); vgl. Hartmann, ebd., S. 90 m. Anm. 62. Gestützt wird diese Vermutung durch einen bei Flodoard verzeichneten, verlorenen Brief Hinkmars an Amolo (Amolo Lugdunensi de placito, quod habuerat cum rege regnique primoribus, et de Iudeorum in hoc regno statu, Flodoard, Historia III c. 21, ed. Stratmann, S. 269; Schrörs, Hinkmar, Nr. 10 S. 518; Hinkmar von Reims, Briefe, ed. Perels, Nr. 10 S. 4), in dem Hinkmar dem Lyoner Erzbischof wohl nach der Reichsversammlung von Épernay Bericht erstattete; vgl. auch Stratmann, ebd., Anm. 6. Die Kapitel wurden in Épernay vorgelegt, jedoch nicht verabschiedet; zu den Gründen (wohl zu geringe Bedeutung der jüdischen Bevölkerung im Westfrankenreich) vgl. Devisse, Hincmar I, S. 63-66; Hartmann, a.a.O., S. 91. In einer persönlichen Aversion Karls gegen Amolo sieht dagegen Krah, Die Entstehung, S. 290, 292, die Ursache der Ablehnung. Zu Amolo siehe Reg. 274. -- Vgl. noch Gerner, Lyon, S. 67f. (der auf 841-843 datiert).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 527, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0846-02-00_1_0_1_2_1_527_527
(Abgerufen am 24.11.2017).