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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl entscheidet auf Bitten des an ihn herangetretenen Gauzlin, Abt des Klosters Saint-Germain-des-Prés (venerabilis vir Gozlinus et abba monasterii sanctissimi presulis Germani Parisiace urbis) und königlicher Erzkapellan (nostri archicapellani), nach Beratung und mit Zustimmung seiner Großen (cum assensu principum) im Streit zwischen den milites des Abtes und den Mönchen des Klosters dahingehend, daß Frauen, die von den Gütern des Abtes und seiner Getreuen zur Verheiratung in Güter der Mönche wechseln, nicht zurückgefordert werden dürfen und daß keine Abgaben (nec aliquod capitalitium neque ullum munusculum) für sie verlangt werden dürfen. -- Geistliche Pön. -- Ebrehardus ad vicem Gozlini archicapellani. -- SR. SI. M. -- a. r. 6. -- „Cunctis sancte“ .

Originaldatierung:
(VI. Id. Iul., Aquisgrani palatii)

Überlieferung/Literatur

Angebl. Or. Paris, Arch. Nat., K 11, Nr. 3 (A') (ARTEM *2017). -- Kopien: Paris, Arch. Nat., LL 1024, Chartular † † † von Saint-Germain-des-Prés, fol. 34r-v, Abschrift 12. Jh. (C1); ebd., LL 1026, Cartulaire de l'abbé Guillaume, fol. 10v-11r, Abschrift 13. Jh., aus C1 oder dessen Vorlage (C2); ebd., LL 1029, Petit régistre von Saint-Germain-des-Prés, fol. 11r-v, Abschrift 13. Jh., aus C1 oder dessen Vorlage (C4); Paris, BnF, Ms. lat. 13089, fol. 128r-v, Abschrift 13. Jh., aus C1 oder dessen Vorlage (C5); 3 Abschriften 17. Jh. aus C2 und C1 verzeichnet Tessier. -- Faks.: Guyotjeannin / Pycke / Tock, Diplomatique, S. 126. -- Drucke: Labbe, Éloges, S. 468f. (Auszug); Dubois, Historia I, S. 509, zu Juli 12; Lasteyrie, Cartulaire I, Nr. 38 S. 56f., zu Juni 26, aus A und C1; Poupardin, Recueil I, Nr. 31 S. 49-51; D Ka. II. † 466; Guyotjeannin / Pycke / Tock, Diplomatique, S. 127. -- Regg.: Georgisch I, Nr. 1/incerti anni Sp. 147; Tardif, Monuments historiques, Nr. 148 S. 97, zu Juni 26.

Kommentar

Fälschung 11. Jh.; dazu Tessier, Vorbemerkung, S. 546f., und Guyotjeannin / Pycke / Tock, Diplomatique, S. 127-129: Inhaltlich (Gauzlin ist 845 weder Abt von Saint-Germain und archicapellanus noch Erzkanzler; einen Notar Ebrehardus gibt es in der Kanzlei Karls nicht) wie formal (u.a. Charta transversa, unzeitgemäße Schrift, vertauschte Anordnung von Signum- und Rekognitionszeilen, zu kleines M) diskreditiert, zeigt die Urkunde außer zahlreichen Mängeln im Formular (nicht kanzleigemäße Invocatio, Intitulatio und Datierung, fehlende Arenga, Stellung und Inhalt der Pönformel falsch) jedoch auch eine gewisse Vertrautheit mit karolingischen Diplomen; vgl. Guyotjeannin / Pycke / Tock, Diplomatique, S. 128f.; ebd. auch ausführlicher Kommentar zu D † 466, in dem u.a. die Wortwahl des Fälschers untersucht wird. Die Wahl des Ausstellorts und die Wendung anno ... imperii in der Datierung lassen vermuten, daß der Fälscher vielleicht auf den Namen Karls d. Gr. fälschen wollte; so schon Tessier, S. 546 Anm. 1. -- Gauzlin wird erst 867 archicapellanus und 872 Abt von Saint-Germain; der Fälscher konnte Gauzlins Namen und Ämter aus dem ihm wohl vorliegenden D 363 von 872 April 20 entnehmen.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. †489, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0845-07-10_1_0_1_2_1_489_489
(Abgerufen am 25.09.2016).