Regestendatenbank - 174.566 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

Sie sehen den Datensatz 487 von insgesamt 610.

Karl überträgt (concedimus atque firmamus) dem Kloster Saint-Florent (-le-Vieil) an der Loire (monasterium sancti Florentii quod est constructum super alveum Ligeris) im Gau Mauges (in pago ... Medalgico) auf Bitten des dortigen Abtes Dido (Dido venerabilis abba) zur Behebung einer Notlage des Klosters (ad amminiculandam necessitatem Deo famulantium) und zu seinem (Karls) Seelenheil die zu Saint-Maurice zu Angers gehörende Villa Pocé (Poziacum) im Gau Anjou (in pago Andegavense), die stets vassi dominici zu Lehen (in beneficio) hatten, zu Lehen (in ius beneficii) mit der Auflage, den jährlich fälligen Zins (censum) an die Kirche Saint-Maurice (zu Angers) zu zahlen. -- Ionas diac. ad vicem Hludowici. -- M. SI D. -- a. r. 5, Ind. 6. -- „Si precibus“ .

Originaldatierung:
(Id. Iun., in monasterio sancti Benedicti)

Überlieferung/Literatur

Or. (Fragment) Angers, Arch. dép. de Maine-et-Loire, H 1833 (A) (ARTEM 3332). -- Kopien: Angers, Arch. dép. de Maine-et-Loire, H 1833, Abschrift Ende 11. o. 12. Jh. (ohne Eschatokoll) (B); Angers, Arch. dép. de Maine-et-Loire, H 1836, „Rouleau des privilèges“ von Saint-Florent, Nr. 5, Nachzeichnung 11. Jh. (C1); Paris, BnF, Ms. lat. nouv. acq. 1930, „Livre noir“ von Saint-Florent, fol. 3r-v, Abschrift 11. Jh., mit Nachzeichnung des M (C2); Angers, Arch. dép. de Maine-et-Loire, H 3714, „Livre d'argent“ von Saint-Florent, fol. 24v, Abschrift 12. Jh., aus C1 (C3); Angers, Arch. dép. de Maine-et-Loire, H 3715, „Livre rouge“ von Saint-Florent, fol. 20v, Abschrift 13. Jh. (C4); Paris, BnF, Ms. lat. nouv. acq. 1931, Chartular von Saint-Florent, fol. 7v-8r, Abschrift 15. Jh., aus C4 (C5); Paris, BnF, Coll. Baluze 41, fol. 107v, Abschrift Duchesne 17. Jh., aus C4 (E); Paris, BnF, Ms. lat. 13817, fol. 315r, Abschrift 17. Jh., aus C4 (Auszug) (F); Paris, BnF, Coll. de Touraine 1, Nr. 44 fol. 54r, Abschrift 18. Jh., aus C2, mit Nachzeichnung des M (G); Paris, BnF, Coll. Moreau 1, fol. 151r-152r, Abschrift Housseau 18. Jh., aus C2, mit Nachzeichnung des M (H); Angers, Arch. dép. de Maine-et-Loire, H 3712, fol. 3, Abschrift des „Livre noir“ von Saint-Florent durch Marchegay ca. 1851, aus C2 (I). -- Drucke: Merlet, Guerres d'indépendances, Nr. 1 S. 98-100; Saché, Inventaire sommaire II, S. 1f. (zu 844, m. Korrektur S. 600); D Ka. II. 71. -- Reg.: Marchegay, Recherches, Nr. 4 S. 238 (zu 843); Saché, Inventaire sommaire II, S. 6.

Kommentar

Dem nur fragmentarisch erhaltenen Original fehlt die Datierung; die kopial überlieferte Indiktion weist auf 843, das Regierungsjahr aber auf 845. Da das Treffen Karls mit Pippin II. von Aquitanien (Reg. 486) 845 in Saint-Benoît-sur-Loire stattfand, ist D 71 mit Tessier hier einzureihen. Zum Ausstellort siehe Reg. 231. Die Vorbehalte gegen die Datierung auf den 13. Juni bei Lot / Halphen, S. 149 Anm. 2, da Karl am 17. Juni an der Synode von Meaux (Reg. 488) teilgenommen habe, und die Vermutung uneinheitlicher Datierung lehnt Tessier ab. Die Ausstellung von D 71 ist eher nach als vor der Einigung zwischen Karl und Pippin II. anzunehmen, da Saint-Florent-le-Vieil zum ausdrücklich Karl vorbehaltenen Gebiet des Poitou gehörte oder doch an dessen Rand lag. -- Zu den äußeren Merkmalen des Originals, von dem im wesentlichen nur das linke Drittel erhalten ist, und den Dorsualvermerken des 12. und 14. Jh. vgl. Saché, Inventaire sommaire II, S. 1; Tessier, Vorbemerkung, und Ders. III, Introduction, S. 19: Die Mundierung des Textes wie des Eschatokolls ist trotz des fragmentarischen Zustandes Tessier zufolge eindeutig dem Notar Jonas zuzuweisen. Die ausführliche Arenga (Hausmann / Gawlik, Nr. 3422) findet sich ähnlich schon in einigen Urkunden Ludwigs d. Fr. (BM2 917 für Le Mans, BM2 921 für Kempten, BM2 942 für Le Mans) und wörtlich gleich im kurze Zeit später von Jonas rekognoszierten D 74. Auch D Ka. III. 64 für die Kanoniker von Notre-Dame zu Paris, das verlorene Vorurkunden Karls d. Gr. und Karls d. K. bestätigt, weist eine mit DD 71, 74 bis auf wenige Abweichungen identische Arenga auf; offenbar wird hier die verlorene Vorurkunde D 391 wiederholt. -- Zur Überlieferung von Saint-Florent vgl. Giry, Notices bibliographiques, S. 61-64; Stein, Bibliographie, Nr. 3404-3410. -- Zu Jonas siehe Reg. 139. -- Zum Empfänger Saint-Florent-le-Vieil (Mont-Glonne), dép. Maine-et-Loire, arr. Cholet, gelegen am linken Ufer der Loire 40 km westlich von Angers, vgl. Lot, Mélanges bretonnes IV, S. 247-263, zu D 71 besonders S. 249; Devailly, in: LexMA VII (1995), Sp. 1151; Karl urkundete noch mehrfach für Saint-Florent (DD 93bis, 109, 123, 287; vgl. auch D † 470). Das Kloster unter Abt Dido ließ sich Privilegien sowohl von Karl (Regg. 569, 604) als auch von Pippin II. von Aquitanien (D P. II. 53 von 847 Mai 27) ausstellen; zu Abt Dido vgl. auch Depreux, Mémoire, S. 414. -- Die zu Lehen übertragene Villa Pocé, dép. Maine-et-Loire, arr. Saumur, con Saumur-Sud, cne Distré, liegt etwa 5 km südwestlich Saumur. Zur Kirche Saint-Maurice zu Angers vgl. Reg. 404.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 487, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0845-06-13_2_0_1_2_1_487_487
(Abgerufen am 09.12.2016).