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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl überträgt Irmingard, der Gemahlin Lothars (I.) (Hirmingardi venerabili reginae, uxori fratris nostri Hlotharii, D 196), Güter des Klosters Corbie, nämlich Wistonia und Deoringas im Elsaß (?) (in pago Alcarnise) und Fluehen im Wormsgau (?) (in pago Vormalensi), die einst die Königin Gerberga dem Kloster geschenkt hatte (dono Gelberge regine), zu Eigen (in proprium, D 196).

Überlieferung/Literatur

Deperditum (?), erwähnt in D Ka. II. 196; vgl. auch D Ka. II. 26 Dep. (Reg. 390).

Kommentar

Karl erwähnt seine Schenkung an Irmingard in D 196; unklar ist, ob sie urkundlich erfolgte, ob also ein Deperditum vorliegt. Terminus ante quem der Schenkung ist die Ausstellung der verlorenen Urkunde für Corbie, die das Kloster für die Abtretung seiner Güter entschädigte (D 26), also der 10. oder 20. September 843, Terminus post quem wohl die Einigung zwischen den Brüdern Lothar I. und Karl, also der Vertrag von Verdun (Reg. 368); vielleicht erfolgte die Schenkung noch am Ort der Verhandlungen selbst. -- Die Tatsache der Schenkung zu Eigen erwähnt D 196, die Orte und deren Lage nur die Überlieferung des Klosters; vgl. dazu D 26. -- Zu Irmingard, Tochter des Grafen Hugo von Tours, Ehefrau Lothars I., vgl. Vollmer, Die Etichonen, S. 167f.; Wilsdorf, Les Étichonides, S. 10. Bei der Königin Gerberga muß es sich um die Gemahlin des 771 verstorbenen Karlmann, Bruder Karls d. Gr., handeln. Zur Bedeutung der Besitzabtretung unmittelbar nach Verdun vgl. Levillain, Examen critique, S. 127f.; vgl. noch Ganz, Corbie, S. 31. Zu Corbie siehe Reg. 248, zuletzt Reg. 355. -- Zu den Orten: Duvivier, Actes et documents I, S. 131, hielt Alcarnise und Vormalensi für verderbte Formen von Alsacinse und Wormacensi und schlug die Identifizierung der Orte mit Wittisheim (dép. Bas-Rhin, arr. Sélestat-Erstein, con Marckolsheim), Durningen (dép. Bas-Rhin, arr. Strasbourg-Campagne, con Truchtersheim) und Flonheim (Rheinland-Pfalz, Kreis Alzey) vor; darin folgten ihm Levillain, Examen critique, S. 125f., und Tessier, Anmerkungen zu D 26. -- Vgl. noch Ewig, Descriptio, S. 302 Anm. 116.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 369, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0843-09-08_1_0_1_2_1_369_369
(Abgerufen am 08.12.2016).