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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl überträgt Donatus nach dem Tode Kaiser Ludwigs d. Fr., der Reichtsteilung unter den Brüdern (Lothar I., Ludwig d. Dt.) und dem Friedensschluß zwischen ihnen (post obitum domni Hludowici imperatoris diviso regno inter fratres et pace facto inter eos) und nach dem Tode des Hatto die zum Kirchengut des Bistums Reims gehörende Villa Neuilly (Noviliacum) zu Lehen (in beneficium).

Überlieferung/Literatur

Deperditum?; Hinkmar, De villa Noviliaco, ed. Holder-Egger, S. 1168 Z. 20-22, ed. Mordek, S. 104 Z. 37-39; erwähnt in D Ka. II. 75.

Kommentar

Zur Vergabe des Reimser Kirchenguts an verdiente Getreue Karls und zur zeitlichen Einordnung siehe Reg. 372; aus Hinkmars Angaben (Tod Ludwigs, Reichsteilung, Frieden) läßt sich als Zeitpunkt der Belehnung die Zeit nach dem Vertrag von Verdun erschließen. -- Die Villa Neuilly-Saint-Front, dép. Aisne, arr. Château-Thierry, war bereits von Ludwig d. Fr. an Donatus zu Lehen gegeben worden, der Graf von Melun und Missus in der Kirchenprovinz Sens gewesen war, jedoch 834 wegen seiner Parteinahme für Lothar I. alle honores verlor; vgl. Werner, Untersuchungen (1959), S. 158; Kienast, Die fränkische Vasallität, S. 368f. Anm. 1285, S. 381 Anm. 1322. Neuilly ging danach an Hatto; zu diesem vgl. Mordek, Ein exemplarischer Rechtsstreit, S. 89 m. Anm. 13. -- Donatus und seine Familie behielten nach der erneuten Belehnung durch Karl die Villa offenbar trotz der Restitution des Reimser Kirchengutes im Jahr 845 (D 75) noch lange darüber hinaus; Hinkmar berichtet ebd., Donatus habe seinen Sohn Gozelinus / Gauzlin später Karl kommendiert, dieser habe Neuilly ebenfalls zu Lehen erhalten, und es sei der Familie erst entzogen worden, als Landrada, Ehefrau des Donatus, und seine Söhne sich 858 Ludwig d. Dt. anschlossen. Vgl. zur Geschichte von Neuilly und zur Sache umfassend Mordek, Ein exemplarischer Rechsstreit. -- Vgl. noch Devisse, Hincmar I, S. 106.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 373, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0843-08-00_4_0_1_2_1_373_373
(Abgerufen am 26.09.2016).