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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Während Karls Aufenthalt in Aquitanien fällt Rainald, Graf von Nantes und Herbauge, in die Bretagne ein; ein Heer unter Führung von Erispoë, dem Sohn Nominoës, und Lambert zieht gegen ihn, schlägt ihn in der Schlacht bei Messac (dép. Ille-et-Vilaine, arr. Redon, con Bain-de-Bretagne) (am 24. Mai), tötet ihn und macht viele Gefangene; Lambert nimmt die Stadt Nantes ein (?).

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertiniani, ad a. 843, ed. Grat, S. 44; Ann. Engolismenses, ad a. 843, ed. Pertz, S. 486, ed. Lair, S. 112; Chronicon Fontanellense, ad a. 843, ed. Pertz, S. 302, ed. Laporte, S. 79; Chronicon Aquitanicum, ad a. 843, ed. Pertz, S. 253, ed. Lair, S. 111; Adrevald von Fleury, Miracula sancti Benedicti I, c. 33, ed. de Certain, S. 70; Annalenfragment 9. (?) Jh., überliefert in Hs. 10. Jh. aus Saint-Serge zu Angers, ed. Merlet in: Chronique de Nantes, VI, S. 14-18, ed. Urseau, Cartulaire noir, Nr. 40 S. 87-90; Ademar von Chabannes, Chronicon III, c. 17, ed. Bourgain, S. 135; Chronique de Nantes, ed. Merlet, S. 9-12.

Kommentar

Die Ereignisse werden in den Quellen widersprüchlich geschildert; nach dem Wortlaut der Ann. Bertiniani sieht es so aus, als falle der Tod Rainalds (Mai 24; vgl. zum Datum Guillotel, Le temps des rois, S. 261; nicht Mai 25, wie Ders., L'action, S. 8) noch in die Zeit von Karls Aufenthalt in Aquitanien; der Bericht zieht jedoch offensichtlich die sich über einen längeren Zeitraum erstreckenden Ereignisse zu einem Satz zusammen. Der ausführlichste Bericht findet sich in der von Merlet und Urseau publizierten Quelle; zur Rekonstruktion des Geschehens vgl. Lot / Halphen, S. 77-79 m. Anm. 2 (ausführlich zu den Quellen), S. 81-83, und Guillotel, Le temps de rois, S. 259-261: Nominoë, Herzog von der Bretagne, der sich Karl im Januar oder Februar 841 kommendiert hatte (Reg. 152), wurde während einer Erkrankung im Frühjahr 843 von Rainald angegriffen, der zwar Anhänger Karls war, jedoch wohl ohne dessen Auftrag oder Wissen handelte (Guillotel). Dem gegen Rainald aufgestellten Heer unter Erispoë kam Lambert zu Hilfe; gemeinsam schlugen sie Rainald. Am Tag der Schlacht und des Todes Rainalds muß Karl sich bereits in der Francia aufgehalten haben; siehe Reg. 363. Die Chronique de Nantes sieht in Lambert denjenigen, der den Konflikt verursachte, und berichtet, er habe nach der Schlacht von Messac Nantes eingenommen; nicht zutreffend die ebd. zu findende Information, er habe sich dabei der Hilfe der Normannen bedient. Siehe auch das folgende Reg. -- Zu Lambert siehe Reg. 148; zu Rainald oder Reinold siehe Reg. 110, zuletzt Reg. 237. Daß Nachfolger Rainalds als Graf von Nantes sein Sohn Herveus wurde, geht aus der Nachricht zu dessen Ermordung durch Lambert 844 (Reg. 422) hervor. -- Vgl. noch Dümmler, Geschichte I, S. 198; Levillain, La marche, S. 100f. m. Anm. 45; Guillotel, L'action, S. 7-10; Brunterc'h, Le duché, S. 68; Nelson, The Annals of St-Bertin, S. 55 Anm. 1; Nelson, Charles the Bald, S. 136f.; Krah, Die Entstehung, S. 242f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 364, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0843-05-24_1_0_1_2_1_364_364
(Abgerufen am 09.12.2016).