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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl und Ludwig (d. Dt.) beraten über die Zukunft des vom Bruder (Lothar I.) verlassenen Volks und Reichs (de populo ac regno) und kommen überein, die Angelegenheit (rem) den in großer Zahl am Ort versammelten Bischöfen und geistlichen Würdenträgern (ad episcopos sacerdotesque, quorum aderat pars maxima) zu übertragen, um so eine Entscheidung wie nach Gottes Willen (veluti numine divino) treffen zu können; die Geistlichen erklären, daß nach Lothars (I.) gesamtem früheren Verhalten seine Flucht zuerst vom Schlachtfeld (Fontenoy, Reg. 216), dann aus seinem Reich (Reg. 299) nicht unverdient, sondern auf ein Gottesurteil (iusto Dei omnipotentis iudicio) zurückzuführen sei, daß daher das Reich seinen Brüdern zustehe, befragen beide, ob sie dem Willen Gottes folgend regieren wollen, und erteilen danach den Brüdern die Vollmacht und den Auftrag, das Reich in Besitz zu nehmen und zu regieren.

Überlieferung/Literatur

Nithard IV, c. 1, ed. Lauer, S. 116/118. -- Vgl. BM2 1370m.

Kommentar

Zur zeitlichen Einordnung siehe Reg. 300. -- Der Bericht über die Beratungen und die Entscheidung der Bischöfe und der Geistlichkeit findet sich nur bei Nithard; vgl. dazu Hefele / Leclercq IV/1, S. 109f.; Hartmann, Die Synoden, S. 199. -- Vgl. zur Sache noch Meyer von Knonau, Über Nithards vier Bücher, S. 41; Dümmler, Geschichte I, S. 178; Lot / Halphen, S. 52f.; Cram, S. 41; Patze, Iustitia, S. 161f.; Nelson, Charles the Bald, S. 124; Nelson, The search for peace, S. 109f.; Krah, Die Entstehung, S. 140f., 148; Scharff, Die Kämpfe, S. 160.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 301, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0842-03-26_2_0_1_2_1_301_301
(Abgerufen am 09.12.2016).