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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl schickt Bischof Exemeno (Immo von Noyon) als Gesandten zu Lothar (I.) mit der wie gewöhnlich demütig (solito more humiliter) vorgetragenen Botschaft, er möge sich daran erinnern, daß er sein Bruder und Patensohn (Reg. 2) sei, daran, was ihr Vater (Ludwig d. Fr.) für sie bestimmt habe und was er und die Seinen beschworen hätten, erinnert ihn an das erst kürzlich ergangene Urteil Gottes in ihrer Angelegenheit und bittet ihn, wolle er all dies nicht beachten, doch aufzuhören, die Kirche Gottes zu verfolgen, Mitleid mit Witwen und Waisen zu zeigen und davon abzulassen, in das Reich (regnum) einzudringen, das ihm (Karl) vom Vater mit seiner (Lothars) Zustimmung gegeben worden sei, und nicht das Christenvolk erneut zum Kampf untereinander zwingen.

Überlieferung/Literatur

Nithard III, c. 3, ed. Lauer, S. 92. -- Vgl. BM2 1088a.

Kommentar

Zu Karls Itinerar und zum Aufenthaltsort siehe Reg. 252. -- Folgt man Nithards Darstellung, so spielte Karl mit dem Hinweis auf das Gottesurteil auf die Schlacht von Fontenoy (Reg. 216) an, mit dem Reich, das ihm unter Zustimmung Lothars zugewiesen worden sei, wohl auf die Teilung von Worms (Reg. 82). -- Bischof Immo oder Emmo von Noyon (840-859), im Jahre 842 Petent für seine Kirche (D 14), wurde 859 beim Überfall der Normannen auf Noyon getötet (Ann. Bertiniani, ad a. 859, ed. Grat, S. 81). -- Vgl. Meyer von Knonau, Über Nithards vier Bücher, S. 34; Dümmler, Geschichte I, S. 169; Lot / Halphen, S. 43; Cram, S. 40; Patze, Iustitia, S. 160; Krah, Die Entstehung, S. 122f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 254, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0841-09-00_4_0_1_2_1_254_254
(Abgerufen am 06.12.2016).