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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl erhält Nachricht von Adalhard und den anderen, die er als Gesandte zu den Franken geschickt hatte (Reg. 229), mit der dringenden Bitte, sofort zu ihnen zu kommen; sie hatten sich auf Wunsch der Franken nach Quierzy begeben, trafen dort aber nur wenige an, die noch dazu erklärten, daß sie sich Karl zwar anschließen würden, wenn er anwesend wäre, so aber wüßten sie nicht einmal, ob er noch lebe, und sie könnten bei so unsicheren Verhältnissen kein Bündnis (foedus) eingehen; einige von ihnen, darunter Guntbold, planten gar, die Gesandten zu überfallen; daher fordern Adalhard und die anderen Karl auf, sobald wie möglich zu kommen, sowohl um ihnen Hilfe zu leisten, wie auch um festzustellen, ob die Franken sich ihm tatsächlich anschließen wollten; sie selbst begeben sich nach Paris (Parisiacam civitatem adeunt) und erwarten dort Karls Ankunft; Karl bricht nach Erhalt der Nachricht sofort auf, um Richtung Paris zu ziehen.

Überlieferung/Literatur

Nithard III, c. 2, ed. Lauer, S. 84/86. -- Vgl. BM2 1084k.

Kommentar

Nithard zufolge hatte Lothars (I.) Partei das Gerücht verbreiten lassen, Karl sei in der Schlacht von Fontenoy gefallen. -- Lot / Halphen, S. 39f., reihen den Erhalt der Nachricht durch Karl noch vor den Aufenthalten in Bannes und in Maine ein; die Aktivitäten dort lassen sich jedoch schlecht mit Nithards Hinweis auf einen eiligen Aufbruch Karls (protinus ... iter direxit) nach dem Empfang der Botschaft vereinbaren. -- Zu Adalhard siehe Reg. 117, zu Guntbold Regg. 113, 156, zu Quierzy Reg. 115. -- Vgl. Meyer von Knonau, Über Nithards vier Bücher, S. 32; Dümmler, Geschichte I, S. 167f.; Krah, Die Entstehung, S. 118.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 238, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0841-08-08_1_0_1_2_1_238_238
(Abgerufen am 26.09.2016).