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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl verhandelt mit Erzbischof Georg von Ravenna, der auf seinen Befehl hin vor ihn geführt wird und sich ihm zu Füßen auf den Boden wirft (prostratus humo, eius pedibus se advolvens); Karl beschuldigt ihn, Rechte und Besitz der Ravennater Kirche aufs Spiel gesetzt und verloren zu haben, entläßt aber schließlich den Scham und Reue zeigenden und Tränen vergießenden Georg, der Fürbitte Judiths folgend, in seine Heimat.

Überlieferung/Literatur

Agnellus von Ravenna, c. 174, ed. Holder-Egger, S. 390f.; Ann. Bertiniani, ad a. 841, ed. Grat, S. 38.

Kommentar

Die Angabe des Agnellus, Georg sei nach der Schlacht für drei Tage gefangengehalten worden (Reg. 218), führt zu seiner Unterredung mit Karl und anschließenden Entlassung am 28. oder 29. Juni. -- Der dem Erzbischof gegenüber sehr kritisch eingestellte Chronist schildert ausführlich Auftreten und Erscheinung Karls in Waffen, mit purpurner Kleidung, geschmückt mit Gold und Edelsteinen, und räumt der Wiedergabe des Gesprächs zwischen Karl und Georg großen Raum ein (S. 390 Z. 30 -- S. 391 Z. 3). Vgl. Nelson, Charles the Bald, S. 119, mit englischer Übersetzung einzelner Passagen. -- Vgl. Meyer von Knonau, Über Nithards vier Bücher, S. 30; Dümmler, Geschichte I, S. 160; Lot / Halphen, S. 36 Anm. 1; Koch, Kaiserin Judith, S. 202.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 226, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0841-06-28_2_0_1_2_1_226_226
(Abgerufen am 29.09.2016).