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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl überträgt Wilhelm, dem Sohn Bernhards von Septimanien, die Lehen, die dieser in Burgund hatte (?).

Überlieferung/Literatur

Nithard III, c. 2, ed. Lauer, S. 84.

Kommentar

Die Nachricht ergibt sich aus Nithards Bericht, Karl habe allen Wünschen Wilhelms bzw. Bernhards von Septimanien entsprochen (sicut postulaverat, per omnia concessit); vgl. Reg. 221. -- Die ältere Forschung hat die Nachricht Nithards an dieser Stelle mit einem Hinweis Dhuodas auf den Onkel und Paten Wilhelms, Theuderich, Bruder Bernhards, in Zusammenhang gebracht, der seinen Besitz, dessen Erbe Wilhelm sein sollte, domno et seniori nostro (i. e. Dhuodas und Wilhelms) übergeben habe; man schloß daraus, Wilhelm habe 841, nunmehr volljährig, die Lehen Theuderichs für sich gefordert, und identifizierte den Bruder Bernhards mit dem Grafen Theuderich von Autun; vgl. Devic / Vaissète3 II, S. 273-276; Lot / Halphen, S. 38; Chaume, Les origines I, S. 125f., 155f., 546; Levillain, Les Nibelungen (1937), S. 362f.; Auzias, S. 169f., 182; Chaume, Les comtes d'Autun, S. 342-344; Calmette, Bourgogne et Midi; Lauer, S. 84f. Anm. 1, und noch Krah, Die Entstehung, S. 95f. Dagegen wiesen Wollasch, Eine adlige Familie, S. 187f., und Riché, in: Dhuoda, ed. Riché, S. 19f., darauf hin, daß Nithard von honores in Burgund spricht, Dhuoda jedoch von Besitz (suo cuncta); Theuderich habe diesen Besitz nicht dem König, sondern vielmehr Bernhard übergeben; Wilhelm forderte (und erhielt?) also 841 nicht das Lehen seines Onkels Theuderich -- bei dem zudem nicht klar nachzuweisen ist, daß es sich um die Grafschaft Autun handelte --, sondern nicht näher bezeichnete burgundische Lehen. -- Vgl. noch Kienast, Die fränkische Vasallität, S. 322; Bouchard, Genealogy, S. 139f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 222, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0841-06-26_4_0_1_2_1_222_222
(Abgerufen am 01.10.2016).