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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl erfährt, daß Lothar (I.) seinen Zug (von Attigny nach Châlons-en-Champagne, Reg. 192) als Flucht interpretiert, neue Anhänger gewonnen hat und nun zu seiner Verfolgung ansetzt; er verläßt daraufhin eilends sein Lager, das er an einem von Sumpf und Wasser umgebenen, schwer zugänglichen Ort aufgeschlagen hat, und zieht Lothar entgegen, um ein Treffen zu ermöglichen, wenn Lothar dies wolle (ut absque qualibet difficultate, si Lodharius vellet, congredi possent).

Überlieferung/Literatur

Nithard II, c. 9, ed. Lauer, S. 66; vgl. Ann. Xantenses, ad a. 840, ed. Simson, S. 11. -- Vgl. BM2 1084a.

Kommentar

Nithard zufolge war Lothars Aufbruch zum Zug gegen Karl die Reaktion auf die Nachricht, daß Ludwig d. Dt. sich mit seinem Heer näherte und Karl ihm entgegenzog. Lothar wollte offensichtlich einen Zusammenschluß der beiden Heere verhindern; vgl. Krah, Die Entstehung, S. 69. -- Lauer, S. 67 Anm. 3, vermutet Karls Lager im rund 40 bis 50 km südwestlich von Châlons gelegenen Sumpfgebiet des Marais de Saint-Gond; Karl hätte demnach Châlons nicht in östlicher oder südöstlicher, sondern in südwestlicher Richtung verlassen, was angesichts des Herannahens von Ludwigs d. Dt. Heer von Osten wenig wahrscheinlich ist. -- Vgl. noch Meyer von Knonau, Über Nithards vier Bücher, S. 25; Dümmler, Geschichte I, S. 151f.; Lot / Halphen, S. 27, 28; Cram, S. 25; Pietzcker, Die Schlacht, S. 325, 326, 331.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 199, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0841-05-00_5_0_1_2_1_199_199
(Abgerufen am 06.12.2016).