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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl enthebt Odo seines Amtes als Abt von Ferrières (dominus noster ne in monasterio nostro esse permitteretur iussit, Ep. 24), setzt Lupus zu seinem Nachfolger ein (consensu fratrum nostrorum X kalendas decembres coenobium Ferrariense mihi commissum est dominusque noster Karolus ... gratia sua donavit, Ep. 27) und schickt diesen nach Ferrières mit dem Auftrag, Abt Odo die Entscheidung mitzuteilen (id reversus ad monasterium quam mollissime eidem abbati edixi, Ep. 24), am 30. November wieder von dort aus aufzubrechen und zurückzukehren (cum iussu domini regis II kalendas decembris promoverem, Ep. 24).

Überlieferung/Literatur

Lupus, Epp., ed. Dümmler, Nr. 21 S. 29f.; ed. Levillain, Nr. 24 S. 114-120, hier S. 118; Lupus, Epp., ed. Dümmler, Nr. 40 S. 48; ed. Levillain, Nr. 27 S. 128/130.

Kommentar

Abt Odo von Ferrières, der zuvor durch seine unentschiedene oder ablehnende Haltung Karl gegenüber hervorgetreten war (Regg. 105, 107), hatte zwischen August und Anfang November durch Mittelspersonen Kontakt zu Lothar I. aufgenommen (Reg. 111) und wechselte dann vollends auf dessen Seite über (Ep. 19). Lupus rechtfertigt die Umstände des Abtswechsels in Ferrières in einem Schreiben an Bischof Jonas von Orléans kurze Zeit nach den Ereignissen (Ep. 24; zur Datierung Levillain, Étude sur les lettres (1901), S. 499), in dem er Karl als die allein handelnde Person bei der Absetzung des alten und Einsetzung des neuen Abtes darstellt; erst in einem späteren Schreiben an Abt Markward von Prüm (Ep. 27) erwähnt er auch die Beteiligung der Mönche des Klosters; vgl. Nusbaum, S. 24. Zur Datierung der Ereignisse auf das Jahr 840 vgl. Giry, Études carolingiennes, S. 114-117; Levillain, Étude sur les lettres (1901), S. 450; (1902), S. 83 f.; Ders., Une nouvelle édition, S. 260f. Zu Ferrières siehe Reg. 105. -- (Servatus) Lupus (ca. 805 -- nach 862), einer westfränkisch-bayrischen Adelsfamilie entstammend, war Mönch in Ferrières gewesen, hatte unter Hrabanus Maurus die Fuldaer Schule besucht (829-836) und kam dann (837) an den Hof Ludwigs d. Fr.; vgl. zu ihm Giry, Études carolingiennes, S. 113-118; Severus, Lupus; Gariépy, Lupus; Duckett, Carolingian portraits, S. 161-201; Nusbaum, passim; Depreux, Büchersuche; Depreux, Prosopographie, Nr. 193 S. 322f.; Noble, Lupus; Münsch, Der Liber legum, S. 10-33; Ricciardi, L'epistolario.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 131, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0840-11-22_1_0_1_2_1_131_131
(Abgerufen am 30.09.2016).