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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl, der erfahren hat, daß zahlreiche seiner Anhänger von ihm abgefallen sind und daß Lothar (I.) mit einem großen Heer gegen ihn vorrückt, beruft angesichts der Tatsache, daß ihm auch Pippin (II. von Aquitanien) und die Bretonen feindlich gegenüberstehen, (mit seinen Leuten) eine Versammlung ein (concilium convocant), auf der über das weitere Vorgehen beraten wird und auf der Karls Leute beschließen, da ihnen ohnehin nur Leib und Leben verblieben ist (nihil praeter vitam et corpora reliquum habebant), lieber in Ehren zu sterben (potius nobiliter mori) als ihren König im Stich zu lassen (regem proditum derelinquere).

Überlieferung/Literatur

Nithard II, c. 4, ed. Lauer, S. 46.

Kommentar

Der Ort der Versammlung ist unklar; Karl befand sich auf dem Zug von Aquitanien in die Francia, jedenfalls aber südlich der Loire; noch im Oktober zog er weiter Richtung Orléans (Reg. 125). Zu den Anhängern, die von Karl abgefallen waren, gehörten die Bewohner der Region westlich des Kohlenwaldes, Abt Hilduin von Saint-Denis und Graf Gerhard von Paris, Pippin, Sohn König Bernhards von Italien, Theoderich und Erich (Reg. 122). Die Haltung der Bretonen hatte Nithard zuvor nicht erwähnt; offenbar standen sie auf seiten Pippins II. -- Vgl. Meyer von Knonau, Über Nithards vier Bücher, S. 20f.; Dümmler, Geschichte I, S. 147; Lot / Halphen, S. 19 m. Anm. 7; Nelson, Public histories, S. 272; Dies., Charles the Bald, S. 109.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 123, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0840-10-00_2_0_1_2_1_123_123
(Abgerufen am 28.09.2016).