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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Ludwig wird Erzkanzler Karls.

Kommentar

Der Terminus ante quem ergibt sich aus dem Brief Odos von Ferrières an Bischof Jonas von Orléans von 840 August 11 (Lupus, Epp., ed. Dümmler, Nr. 28 S. 33f.; ed. Levillain, Nr. 17 S. 98/100), in dem Ludwig mit den Worten in palatio gerens officium charakterisiert wird. So legt es auch Ludwigs Anrede durch Odo in drei weiteren, von Levillain auf Juli / August 840 datierten Briefen nahe (clarissimis honoribus merito decorato, summis honoribus dignissimo): Lupus, Epp., ed. Dümmler, Nr. 23-25 S. 31f.; ed. Levillain, Nr. 14-16 S. 90-97. Jedoch vermuten Grierson, Hugues de Saint-Bertin, S. 245 Anm. 4, S. 251, Oexle, Bischof Ebroin, S. 167f., und Tessier III, Introduction, S. 39, daß noch Ludwig d. Fr. den mit Ebroin verwandten Ludwig als Erzkanzler einsetzte, etwa gleichzeitig mit der Ernennung Ebroins zum Erzkapellan (Reg. 96), also bereits im Winter 839/840, den Ludwig d. Fr. und Karl in Poitiers verbrachten; die Einreihung erfolgt daher an dieser Stelle. Erstmals urkundlich nachweisbar ist Ludwig als Kanzler erst im Januar 841 (D 2). -- Zu Amt und Titel Ludwigs Tessier III, Introduction, S. 38: Ludwig wird in Urkunden Karls als protonotarius, in Kapitularien als cancellarius bezeichnet. -- Ludwig (ca. 800-867 Januar 9) war illegitimer Sohn der Rotrud, Tochter Karls d. Gr., und des Grafen Rorico von Le Mans aus der Familie der Rorgoniden, somit Halbbruder Gauzlins von Saint-Denis, des späteren Erzkanzlers Karls (Nachweis der Verwandschaftsverhältnisse gegen Zweifel von Tessier und Fleckenstein durch Werner) und Verwandter Karls, der Ludwig in drei Diplomen consanguineus noster (DD 225, 232, 264), in sechs weiteren propinquus noster (DD 58, 135, 185, 229, 247, 361) und einmal consobrinus noster (D 160) nennt. Ludwig, erzogen im Kloster (Ferrières oder einer nahegelegenen Abtei), hatte in Ferrières Freundschaft mit Lupus geschlossen und war dann wohl Mönch in Saint-Denis geworden. Vgl. zu ihm Dümmler, Geschichte I, S. 149; Fleckenstein, Die Hofkapelle I, S. 108, 145; Tessier III, Introduction, S. 38-42; Oexle, Bischof Ebroin, S. 167-169; Werner, Gauzlin von Saint-Denis, S. 406-411.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 97, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0840-08-10_1_0_1_2_1_97_97
(Abgerufen am 08.12.2016).