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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl nimmt auf Befehl und in Anwesenheit des Kaisers (Ludwig d. Fr.) (iubente imperatore in sui praesentia, Ann. Bertiniani) die Huldigung und den Treueid der Bischöfe, Äbte, Grafen und königlichen Vasallen entgegen, die in den Karl übertragenen Reichsteilen Lehen haben (episcopi, abbates, comites et uasalli dominici in memoratis locis beneficia habentes Karolo se commendauerunt et fidelitatem sacramento firmaverunt, Ann. Bertiniani; fidemque sacramento Karolo firmaverunt, Nithard), darunter Abt Hilduin von Saint-Denis und Graf Gerhard von Paris (Nithard).

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertiniani, ad a. 837, ed. Grat, S. 23; Nithard I, c. 6, ed. Lauer, S. 26. -- Vgl. BM2 970a.

Kommentar

Zur zeitlichen Einordnung siehe voriges Reg. -- Während die Ann. Bertiniani den Kreis derer, die die Huldigung leisteten, mit den Worten episcopi, abbates, comites et uasalli dominici in memoratis locis beneficia habentes umreißen, erwähnt Nithard ausdrücklich Hilduin und Gerhard und fügt hinzu, auch alle übrigen Einwohner der bezeichneten Gebiete (ceterique omnes praedictos fines inhabitantes) hätten gehuldigt. -- Zur Sache vgl. Schlesinger, Karlingische Königswahlen, S. 213; Ganshof, L'origine, bes. S. 28, 46, 60; Kasten, Königssöhne, S. 194f.; vgl. noch Simson, Jahrbücher II, S. 173; Nelson, Charles the Bald, S. 95; Boshof, Ludwig der Fromme, S. 235. Allgemein zur Huldigung vgl. Holenstein, Die Huldigung der Untertanen; Kolmer, Promissorische Eide. -- Zu den Personen: Hilduin, Abt von Saint-Denis (bezeugt seit 814), Saint-Germain-des-Prés und Saint-Médard zu Soissons und Erzkapellan Ludwigs d. Fr. (seit 819), hatte nach seiner Teilnahme an dem Aufstand gegen Ludwig d. Fr. 830 (vgl. Reg. 12) sein Amt und alle Klöster, jedoch nicht seinen Einfluß verloren; vgl. zu ihm Prelog, in: LexMA V (1991), Sp. 20; Depreux, Prosopographie, Nr. 157 S. 250-256. Zu Gerhard (II.), Graf von Paris (seit 837), später auch von Lyon und Vienne (nach April 844), Sohn des Grafen Leuthard und seiner Gemahlin Grimhild, Bruder des Seneschalls Adalhard, vgl. Kienast, Die fränkische Vasallität, S. 229 m. Anm. 736 (mit Überblick über den Stand der Forschung).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 62, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0837-10-00_2_0_1_2_1_62_62
(Abgerufen am 29.09.2016).