Regestendatenbank - 174.566 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

Sie sehen den Datensatz 67 von insgesamt 610.

Karl schenkt der (Bischofs-) Kirche Sankt Peter zu Bremen unter Bischof Willerich hundert Mansen (in diebus illis Karolus elemosinam optulit Salvatori ad Bremensem ecclesiam C mansos).

Überlieferung/Literatur

Deperditum (?), erwähnt von Adam von Bremen, Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, ed. Schmeidler, S. 25. -- Reg.: May, Regesten, Nr. 12 S. 5.

Kommentar

Ob es sich tatsächlich um ein Deperditum und damit das erste bekannte Diplom Karls handelt, ist unsicher; Adam, der neben vielen anderen Quellen auch zahlreiche Urkunden verarbeitet (vgl. zu seiner Arbeitsweise Schmeidler, Einleitung S. LXIf.), zitiert in diesem Falle einen verlorenen Liber donationum (scriptum est in Libro donationum tercio, capitulo Io), also lag ihm wohl eine Urkunde nicht vor; der Liber donationum scheint jedoch Auszüge aus Urkundentexten enthalten zu haben, denn Adam weist in Zusammenhang mit der Schenkung Karls ausdrücklich darauf hin, daß sich im Liber donationum mehrfach die Wendung sacrosanctae basilicae, quae constructa est in honore sancti Petri apostoli, in loco seu villa publica nuncupato Brema, ubi Willericus episcopus servus servorum Dei preesse videtur finde. -- Adams Nachricht kann aufgrund seiner Angabe, die Schenkung sei zur Zeit des Bischofs Willerich (Willericus) (789 Nov. 8 / 805 -- 838) erfolgt, und der Einordnung unmittelbar vor der Nachricht vom Tode Willerichs (838 Mai 4; vgl. dazu Series episcoporum V/II, S. 11 m. Anm. 65) nur Karl d. K. zugewiesen werden, dem kurz zuvor (837 Winteranfang; Reg. 61) ein Reichsteil zugewiesen worden war, der ausdrücklich Friesland umfaßte. Terminus post quem ist also die Übertragung von Friesland an Karl, Terminus ante quem der Tod Bischof Willerichs. Bischof Willerich ist ebenso wie Karl zu Ende April (30 oder 28) am Hof Ludwigs d. Fr. in Aachen nachgewiesen (MGH Conc. II.2, S. 846; May, Regesten, Nr. 13 S. 5); die Schenkung könnte bei diesem Aufenthalt erfolgt sein; siehe auch Reg. 66. -- Willerich war 833 auf dem „Lügenfeld“ (vgl. Reg. 35) einer der wenigen auf seiten Ludwigs d. Fr. ausharrenden Getreuen gewesen (May, Regesten, Nr. 11 S. 5). -- Unbeachtet blieb die Schenkung bei Theuerkauf, Urkundenfälschungen, der die königlichen und päpstlichen Urkunden für die Bremer Kirche behandelt; vgl. aber Schwarzwälder, Entstehung, S. 57; Patze, Mission, S. 681-683; Hägermann, Mission, S. 17; Lohrmann, Francia 8 (1980), S. 795 Anm. 1. -- Zum Empfänger allgemein auch Seegrün, Hamburg-Bremen, in: LexMA IV (1989), Sp. 1885-1889 (der die Schenkung nicht erwähnt). Zu Adam von Bremen Schmale, in: Verfasserlexikon 2I (1978), Sp. 50-54.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 67, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0837-05-04_1_0_1_2_1_67_67
(Abgerufen am 06.12.2016).