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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,2,1

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Karl erhält auf einer Reichsversammlung zu Worms in Anwesenheit Lothars (I.) und Ludwigs (d. Dt.) durch Ludwig (d. Fr.) Alemannien, das Elsaß, Rätien und einen Teil von Burgund als eigenen Reichsteil zugewiesen (per edictum traditur, Nithard).

Überlieferung/Literatur

Thegan, Gesta Hludowici imp., c. 35, ed. Tremp, S. 220; Ann. Xantenses, ad a. 829, ed. Simson, S. 7; Ann. Weissemburgenses, ad a. 829, ed. Pertz, S. 111, ed. Hofmeister, S. 419; Ann. Lausannenses, ed. Waitz, S. 779, ed. Roth, S. 7; Nithard I, c. 3, ed. Lauer, S. 10; vgl. auch Ann. Bertiniani, ad a. 832, ed. Grat, S. 5f. -- Vgl. BM2 868a.

Kommentar

Zur Dauer der Reichsversammlung vgl. BM2 865c, 866, 867, 868; Ludwig d. Fr. blieb noch bis Mitte September in Worms: BM2 869, 870, 871. Zum Datum vgl. Sierck, Festtag, S. 100, der als Tag der Übertragung Sonntag, den 15. August vermutet. -- Zur Sache vgl. umfassend Zotz, Ludwig der Fromme: Mit dem Karl zugewiesenen Reichsteil habe Ludwig d. Fr. ein neues Regnum schaffen wollen mit Bodman als Herrscherpfalz und den Abteien Reichenau und St. Gallen als geistlichen Zentren; vgl. auch Eiten, Das Unterkönigtum, S. 134f.; Zatschek, Die Reichsteilungen, S. 190; Ganshof, Observations, S. 30f.; Ders., Am Vorabend, S. 52; Ewig, Überlegungen, S. 245f.; Werner, Les duchés „nationaux“ , S. 317; Boshof, Einheitsidee, S. 183; Schieffer, Die Karolinger, S. 127f.; Nelson, Charles the Bald, S. 87; Kasten, Königssöhne, S. 187; Zotz, Ethnogenese, S. 56f.; vgl. noch Simson, Jahrbücher I, S. 327f.; Dümmler, Geschichte I, S. 50-52; Lot / Halphen, S. 4; Depreux, Prosopographie, S. 151; Offergeld, Reges pueri, S. 317f.; Koch, Kaiserin Judith, S. 83-86. -- Zur Bedeutung der Nachricht bei Nithard, die Übertragung sei per edictum erfolgt, also wohl ohne Zustimmung der Großen, vgl. BM2 868a; Kasten, Königssöhne, S. 187; Zotz, Ludwig der Fromme, S. 1490f. Thegan berichtet, Karls Brüder Lothar I. und Ludwig d. Dt. hätten wie Pippin I. von Aquitanien mit Empörung reagiert. Krah, Die Entstehung, S. 37, zufolge ist die Wendung ein Hinweis auf das Vorliegen eines schriftlichen Erlasses. -- Die Quellen machen leicht voneinander abweichende Angaben zur Ausdehnung des Karl übertragenen Reichsteiles: terram Alamannicam et Redicam et partem aliquam Burgundie (Thegan); regnum Alisacinse et Coriae et partem Burgundiae (Ann. Xantenses); Alemannia (Nithard); die Ann. Weissemburgenses geben zudem an, Karl sei zum dux über die Gebiete eingesetzt worden: Karolus ordinatus est dux super Alisatiam, Alamanniam et Riciam; ähnlich die Ann. Lausannenses. Vgl. dazu Brunner, Die fränkischen Fürstentitel, S. 212, 314; Zotz, Ludwig der Fromme, S. 1491; Kaiser, Churrätien, S. 57, 63. -- Zur Interpretation der Wendung partem Burgundiae vgl. Simson („Churwalchen“ ); BM2 868a und Tremp, in: Thegan, Gesta Hludowici imp., S. 220 Anm. 182 (wahrscheinlich die romanische Westschweiz); Boehm, Geschichte Burgunds, S. 92 (wohl der „pagus ultrajoranus“ ); Zotz, Ludwig der Fromme, S. 1488f. -- Nach Karl datieren drei St. Galler Urkunden der Jahre 830-832 (833?) (Regg. 11, 23, 24); vgl. auch Regg. 9, 10, 20, 25; seine formale Herrschaft endete mit den Ereignissen vom Juni 833 (Reg. 35).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,2,1 n. 6, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0829-08-00_1_0_1_2_1_6_6
(Abgerufen am 29.09.2016).