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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Erhebung zum könig: Proceres et optimates, qui sub ditione Arnolfi fuerant, ad Foracheim in unum congregati Ludowicum, filium prefati principis, quem ex legitimo matrimonio susceperat, regem super se creant et coronatum regiisque ornamentis indutum in fastigio regni sublimant, Regino 900. Die übrigen quellen, voran die Ann. Fuld. mit ihrer betonung der legitimität der geburt (Lud. filius eius, qui unicus tunc parvulus de legali uxore illi natus erat, in regnum successit), erwähnen teils zu 899, teils zu 900 einfach nur die 'nachfolge' (successit, Ann. Hildesh. 899, s. Vinc. Mett. 900, Lob. 899, M. G. SS. 3,50, 157; 13,233, sequenti anno [nach Arnolfs tod] in regnum successit, Ann. Einsidl. 901 ib. 3,145 vgl. Ann. Laub. 899 ib. 1,53: filius eius Hlud. regnum suscepit, sub quo multa malitia orta et aucta est) oder die 'erhebung zum könig' (Hlud. filius eius, sub quo omnia bona pace disiuncta sunt, in regnum elevatur, Ann. Alam. cod. Tur. 900, Aug. 899, Sangall. 900, Colon. 899 M. G. SS. 1,53, 54, 68, 77,98 vgl. Liutprand Antap. II, 1: Hlud. rex cunctis a populis ordinatur). Diese erwähnungen sind zu dürftig, um aus ihrem schweigen den schluss ziehen zu dürfen, dass eine wahl nicht stattgefunden habe; von dieser berichtet allerdings nur Regino, die einzige quelle, welche nähere daten gibt; hält man diese und die ortsangabe für glaubwürdig - und sie sind glaubwürdig - so wird man auch die nachricht, dass eine wahl stattgefunden habe, nicht zurückweisen können. Diese wahl konnte nur formalität sein; aber seit die grossen bei der erhebung Arnolfs zum ersten mal ein wahlrecht ausgeübt hatten, waren sie sicher darauf bedacht es sich zu wahren; so unbestritten ferner das erbrecht Ludwigs war, seine iugend mochte doch auf bedenken stossen, es war, seit das karolingische haus regierte, zum ersten mal, dass ein kind den tron besteigen sollte. Die unechtheit des angeblichen briefes Hattos von Mainz an einen nicht genannten papst (Gewold Chr. Reichersb. app. 20 = Boczek C. d. Morav. 1,64, in den konziliensammlungen, darunter Mansi 18, 203, aus diesen Bouquet 9,296 u. ö., weitere drucke und literatur verzeichnet Will Reg. des Mainzer Erzbisth. 1,89 no 31), der, in der verdächtigen gesellschaft der Lorcher bullen auftretend (in der Passauer hs. s. XII cod. 1051 der Wiener hofbibl. und einer aus dieser stammenden etwas iüngeren Reichersberger hs. im Kölner stadtarch., Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 8,607), noch mehr von der wahl zu erzählen weiss (Quem regem eligeret [ecclesia], parvo tempore inscia mansit, et quia timor magnus aderat, ne solidum regnum in partes se scinderet, divino, ut credimus, instinctu factum est, ut filius senioris nostri, quamvis parvissimus, communi consilio principem et totius populi consensu in regem elevaretur et quia reges Francorum semper ex uno genere procedebant, maluimus, pristinam morem servare quam nova institutione insidere), hat Dümmler nachgewiesen, Arch. f. öst. Gesch. 10,78 vgl. Ostfränk. Reich 2. A. 3,495 n. 2; die angefügte entschuldigung, dass die wahl 'ohne befehl und erlaubnis' des papstes vollzogen worden sei, ist für diese zeit durch die politische lage, das verhältnis des reichs zum papst (vgl. no 1918c) ausgeschlossen; schon der schlusssatz allein über die hervorragende bedeutung der Baiern, der bischöfe wie laien, ohne welche die Franken weder in kirchlichen angelegenheiten, noch im krieg etwas ausgerichtet haben, weist mit bestimmtheit auf die entstehung des schriftstückes in Baiern; die echtheit nach Stein (Konrad I 129) abermals verteidigt von Lindner Die deutschen Königswahlen (Leipzig 1893) 215 und zuletzt beinahe auch von Dümmler selbst zugegeben. Über die entstehung der Lorcher Fälschungen in SB. der Berliner Akad. 47 (1898), 768 n. 5 vgl. dazu die bemerkung im N. Arch. 24,769 no 232. Das durch die urkundliche epoche beglaubigte datum der erhebung Ludwigs auf den tron: II non. febr. in Mariani Scotti chr. M. G. SS. 5,553. - Der beiname 'das Kind' ist schon alt: Ludwig puer, adolescens in Hermanni Aug. chr. 900, 911, puer bei Thietmar Chr. I, 4 u. ö. (vgl. Dümmler 2. A. 3,560 n. 2), so auch ständig bei Gotfrid von Viterbo M. G. SS. 22,125, 231, 302, Lud. qui cognominatus est infans, Notae Halberst. Jaffé bibl. 1,603, G. ep. Halberst. M. G. SS. 23,82. - Ludwigs titel in den urk. ziemlich gleichmässig: Hl. divina favente gratia oder divina favente clementia rex mit wenigen abweichungen. Datirung: a. inc., indiktion überwiegend mit septemberepoche: sie ist bereits umgesetzt sept. 26, okt. 15, 26, 31, nov. 9, 30, dez. 13, 14 no 2014, 68,46, 1992, 2060, 15, 61, 62 (meist or.), dagegen noch nicht umgesetzt okt. 5, 9, 22, nov. 4, 26, no 2054, 3. 45, 40, 24; epoche des a. reg.: er ist noch nicht erhöht ian. 1, 7, 19, 20, 28, no 1993 (or.), 2056 (or.), 1994 (k.), 2057 (or.), 2048 (k.), bereits erhöht febr. 5,9, 10, 11, 14, 19, no 1998, 2049, 16, 64, 50, 4, 58 (sämmtlich or.); no 2026 or., das febr. 6 den a. reg. noch nicht umgesetzt hat, fällt als vereinzelte aufnahme bei den modalitäten der sich öfter verzögernden ausfertigung nicht ins gewicht, in no 2025 or. das ian. 21 bereits umgesetzt hat, steht a. reg. auf rasur, ist also später korrigirt worden; das datum des 4. febr. wird demnach durch die enge spanne der urkundlichen epoche (ian. 29 bis febr. 5) vollauf beglaubigt - Ludwig bestätigt durch unterfertigung folgende urkunden: 824, 1548, 1877, 1921, 1958, an der fälschung no 828 ist ein siegel Ludwigs IV befestigt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1983d, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0900-02-04_1_0_1_1_0_4320_1983d
(Abgerufen am 27.09.2016).