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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(loco qui dicitur Lovonnium) Sieg über die Normannen: da die Normannen nach einer pause (interiectis diebus, nachdem der könig also nicht sogleich zum angriff vorging, sondern im lager an der Maas stehen blieb) wieder ihre beutezüge mit macht aufnehmen, rückt Arnolf ihnen unerwartet (ex inproviso, Ann. Fuld.) mit dem schlachtfertigen heer gegen ihre verschanzungen heran (Regino); rasch wird der fluss Dyle überschritten; zweifelnd zögert der könig, ob er einen angriff wagen könne; ein sumpf auf der einen, der fluss auf der andern seite bot keinen raum zur entwicklung der reiterei und den Franken war es ungewohnt zu fuss zu kämpfen (Ann. Fuld.). Hohngelächter und schimpfreden auf die niederlage am Geulenbach, die sich jetzt wiederholen werde, tönt ihnen aus den verschanzungen der Normannen entgegen; erbittert (felle commotus, Regino) und mit begeisternder rede den mut der um ihn versammelten führer entflammend gibt der könig den befehl von den pferden abzusitzen und den feind zu fuss anzugreifen (Ann. Fuld. Regino). Alt und jung springt von den pferden, nur bitten sie zur deckung des rückens eine berittene abteilung zu detachiren. Mit lautem schlachtruf stürmen die christen gegen die verschanzungen, mit lautem geschrei empfangen sie die heiden. Es ist ein harter kampf, die Normannen, früher nie in ihren verschanzungen überwunden, leisten tapfere gegenwehr; bald aber bleibt der sieg den christen, die Normannen fliehen; der fluss in ihrem rücken ist ihr verderben, sie werden von den vordringenden siegern in denselben gedrängt, haufenweise stürzen sie hinein, er staut sich durch die tausende von leichen. Der sieg ist ein vollständiger: zwei der Normannenkönige, Sigifrid und Godofrid, waren gefallen, 16 feldzeichen erobert, die als trophäen nach Baiern gesandt wurden; von der 'unzählbaren menge war kaum ein mann übrig, der die unglückskunde zur flotte bringen konnte', während das christliche heer nur einen todten gehabt haben soll. Ann. Fuld., ergänzend Regino 891 vgl. Ann. Vedast.: Arnulfus rex adunato exercitu venit adversus Nortmannos et deo se protegente ipsum cepit castrum interfecta non modica multitudine Danorum und Ann. Anglosax. M. G. SS. 13,107 (darnach Ethilwerdi chr. ib. 123): Arnulfus rex dimicavit contra equestrem exercitum, priusquam naves advenerant.. eumque fugavit; der sieg erwähnt in Ann. Alam. und Laubac. ib. 1,52; übertreibende spätere berichte bei Adam von Bremen I, 49 = Helmold Chr. Slav. c. 7 ib. 7,301; 21, 17. Am selben ort hält das siegreiche heer ... kal. ... (in der hs. vor und nach kal. eine lücke) eine dankprocession, Ann. Fuld. ed. Kurze 121. Da die älteren ausgaben der Ann. Fuld. (so auch M. G. SS. 1,408) nur nach kal. eine lücke verzeichneten, wurde diese mit nov. ergänzt (gegenüber einer früheren und unhaltbaren annahme von sept.) und die procession wie die schlacht auf den 1. nov. gesetzt. Dümmler Ostfränk. Reich 2. A. 3,349 n. 2. Nach no 1866 urkundet aber Arnolf am 1. nov. bereits in Nimwegen, die schlacht fand also mehrere tage früher, c. 20. okt. statt, Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 15,369. So glänzend der sieg bei Löwen auch war, so war doch nicht das ganze normannische heer, nicht einmal die ganze feldarmee vernichtet worden; wie die flotte waren die auf beutezügen befindlichen streifcorps intakt; sie sammelten sich denn auch und setzte sich nach dem abzug Arnolfs im alten lager an der Dyle fest. Ann. Vedast

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1865a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0891-10-00_1_0_1_1_0_4095_1865a
(Abgerufen am 29.09.2016).