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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(curte r.) überträgt das von herzog Adalrich oder Atticus und dessen gemalin Berswind erbaute und vielfach verwüstete königliche kloster Ebersheim im Elsassgau am fluss III auf die in gegenwart des erzbischofs Sunderald von Mainz (889-891) und des bischofs Baltramm von Strassburg vorgetragene bitte des abts Helverich (Helmerich) und der mönche den bischöfen von Strassburg unter wahrung der freien wahl des abts, der vom Strassburger bischof zu investiren und dann zu weihen ist und nur wegen eines verbrechens in allgemeiner synode zu Strassburg abgesetzt werden kann, und verleiht immunität. Ego Albertus canc. adv. Deothmari archicap. K. s. XVII ex. Strassburg bezirksarch. aus dem bischöflichen arch. (A) Grandidier Strasbourg 2b,292 ex apogr. tab. ep. Tabern. = Revue d'Alsace 1894 p. 70. Fälschung, nachweis von Dopsch in Mittheil. des Instituts f. öst. GF. 19,599, Lechner ib. 21,52. A ist abschrift einer 1670 von dem abt Bernhard von Ebersheim an den fürstbischof Wilhelm Egon von Strassburg erstatteten Informatio status Aprimonast. coenobii .. prout eandem in suis documentis reperit, und trägt zum schluss den vermerk: Collationata cum antiqua copia in praesentia procuratoris partis adversae et ei concordat. Die überlieferung führt auf Ebersheim zurück; allem anschein nach liegt trotz der varianten in den namen (in A: Heluericus, Baltrammus, Sunderaldo gegenüber Helmericus, Baltramnus, Sunderoldo), die nur eigne besserungen sein dürften und trotz der beifügung einer signumzeile A auch dem druck von Grandidier zur grunde, auf die gleiche quelle weist, dass auch hier die rekognition der datirung nachgestellt ist. Scheint der widerspruch zwischen no 793 und 1817 sowie der bericht des Chr. Eberheim c. 14 M. G. SS. 23,438, der 'usurpator' Arnolf habe bischof Baltramn die abtei Eberheim. 'versprochen' und dieser habe ihn gegen den rechtmässigen abt Helmeric als abt aufgedrängt, die entstehung der fälschung in Ebersheim auszuschliessen und dieselbe, wie Dopsch bemerkt, nach Strassburg zu verweisen, so tragen doch wieder einzelne wendungen ganz das gepräge der Ebersheimer mache, so monasterium ad nostrum ius pertinens (vgl. quod [die stifter] in ius ac dominium regni penitus transfuderunt, no 792, 793), die konstruktion der immunitätsformel, in der strafformel potens vel inpotens (ebenso no 793), spiritualis vel secularis (vgl. 645, 792, M. G. DD. 2,887), noch mehr weist auf die gleiche provenienz, dass die Ebersheimer fälschung no 864 die gleiche, allerdings richtigere rekognition und datirung hat und noch ein echtes siegel Arnolfs trägt, dass auch der Chronist des klosters no 1817 gekannt zu haben scheint, dass die bestimmungen über die abtwahl dem kloster günstige sind und sich geradezu gegen ein vorgehen des Strassburger bischofs, wie der chronist es schildert und wie es sich im 11. iahrh. wiederholte, Chr. Ebersh. c. 28,25, richtet. Die fälschung dürfte zu einer zeit entstanden sein, da man des Strassburger bischofs sich möglichst erwehren wollte, aber doch nicht ganz erwehren konnte. Eine fälschung in Ebersheim ist ausgeschlossen, da die übergabe an Strassburg gegen das interesse des klosters war, und der chronist betrachtet sie auch als usurpation, Chr. Ebersh. c. 14 M. G. SS. 23,438; zudem stammt das stück aus dem arch. der bischöfe von Strassburg. Rekognition und datirung verwendet für die fälschung no 835.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1817, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0889-06-13_1_0_1_1_0_4025_1817
(Abgerufen am 06.12.2016).