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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(Regensburch) schenkt dem kloster Kremsmünster für das seelenheil seines vaters k. Karlmann und seines grossvaters k. Ludwig den hof Neuhofen im Traungau am fluss Krems mit allen lehen, forsten und förstern, ausgenommen was er früher dem abt Purchard bei Pelndorf an lehen gegeben, erga Karolum imp. in propriae potestatis portionem acquirere, und was er dem abt Snelpero bei Zeitlham östlich vom Nesselbach geschenkt, und verleiht für den hof dem kloster immunität und königschutz gleich den übrigen klöstern, welche dieselbe von ihm und seinen vorfahren urkundlich haben. Albertus canc. adv. Theotmari archicanc. *Cod. Frider. s. XIV Kremsmünster. Rettenpacher 36 = UB. des Landes o|d. Enns 2,27: (Hagn) UB. von Kremsmünster 16. Unecht, der erste teil der folgenden urk., welche erst Neuhofen schenkt, entnommen, mit ungeschickter einbeziehung von Nesselbach aus no 1773 und Pelndorf; gegenüber den im selben kopialbuch erhaltenen beiden folgenden urk. hier die namensformen durchaus iünger; der fidelis Purchard wird hier abt und die geschichtschreiber des klosters machen ihn sogar zum abt von Kremsmünster und ihn sowie abt Snello (Snelpero) zu königlichen kaplanen, M. G. SS. 25,630, 666; der kaiser Karl erwähnende zusatz bleibt unverständlich. Die in ungewöhnlicher verbindung sich anreihende immunitätsformel ist im ganzen korrekt, es ist die formel des 9.-10. iahrh., verunechtet durch die festlegung der immunität auf den hof Neuhofen, unzulässig in dieser form die einbeziehung der 'übrigen klöster', nirgends findet sich auch eine spur, dass Kremsmünster ie immunität besessen habe; einzelne verderbungen, wie 'unius ipsius custos' statt 'in iure ipsius curtis' u. a., weisen auf ältere vorlage. Während es in der Hist. Cremif. M. G. SS. 25,630 zu abt Purchard heisst: Huius tempore datum est nobis privilegium ab Arnulfo rege de Papalndorf (Pelndorf nö. Kremsmünster, das in klosterurk. erst wieder ende des 14. iahrhunderts genannt wird) sub imperatore Carolo iuniore, sed nec instrumentum nec rescriptum proch dolor invenimus, ist diese urk. bereits dem wenig späteren Bernardus Noricus bekannt, ib. 644, 668. Das stück gehört wol früherer zeit an; ist es immerhin möglich, dass es erst wieder bei der durchforschung des archivs zum zweck der zusammenstellung des Cod. Frider. aufgefunden, so ist es doch bei weitem wahrscheinlicher, dass es gleich der ebenfalls in den Cod. Frider. aufgenommenen fälschung no 299 (ietzt auch gedr. M. G. DD. 1,349 vgl. 488) aus Passau bezogen und ebenfalls hier, vielleicht um dieselbe zeit gefälscht wurde, wenn auch keine der nächststehenden Passauer immunitäten, die Karls III no 1737 und Ottos II M. G. DD. 2, 151, als unmittelbare vorlage diente.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1771, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0888-01-03_2_0_1_1_0_3966_1771
(Abgerufen am 08.12.2016).