Regestendatenbank - 174.566 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

Sie sehen den Datensatz 3468 von insgesamt 4511.

Gesandtschaft an Karl d. K.: Ludwig lässt durch seine gesandten, den erzbischof Willibert von Köln und die grafen Adalard und Meingaud, am 4. iuli zu Ponthion von Karl und den zur synodalsitzung versammelten bischöfen den ihm kraft erbrechts und des zwischen ihnen beschwornen vertrags (no 1463) gebührenden teil des reichs kaiser Ludwigs fordern; der päpstliche legat, bischof Johann von Toscanella, liest das von papst Johann VIII an die deutschen bischöfe gerichtete schreiben vor und übergibt erzbischof Willibert ein exemplar zur mitteilung an seine amtsbrüder. Ann. Bert. (Hincm.) ed. Waitz 130. Auch Hincmar von Reims überreicht der synode eine klageschrift über die bei Ludwigs einfall in seinem sprengel angerichteten verwüstungen, M. G. Capit. 2,350. Der papst hatte in der entschiedensten weise für Karl partei ergriffen: noch vor Karls ankunft in Rom hatte er briefe an Ludwig, dessen söhne, die geistlichen und weltlichen grossen gesandt mit der mahnung den frieden zu wahren und Karls reich nicht anzugreifen, bevor er nicht zwischen ihnen den schiedspruch gefällt habe (vgl. auch das schreiben des papstes Migne 126,670, Jaffé Reg. pont. 2. ed. 3039), und Ludwig hatte die annahme dieser von bischof Odo von Beauvais überbrachten briefe verweigert, Syn. Pontig. Capit. ab Odone propos. c. 2 M. G. Capit. 2,351. Am 2. ian. hatte der papst den erzbischof Ansegis von Sens zum apostolischen vikar 'für Gallien und Germanien' (also für Ludwigs reich) ernannt, Jaffé 2. ed. 3032. Er ordnete dann als legaten die bischöfe Johann von Toscanella und Johann von Arezzo (Ann. Bert. vgl. Dümmler Ostfränk. Reich 2. A. 2,404 n. 2) ab ad examinanda simulque diffinienda canonice sive legaliter, quae hoc anno inter utrosque fratres (Karl und Ludwig) emersere negotia, schreiben des papstes vom 17. febr. Migne 126,665, Jaffé 2. ed. 3037; Ludwig lehnte es ab sie zu empfangen, M. G. Capit. 2,351 c. 4. Die legaten werden von Karl an seinen hof berufen und wohnen der synode von Ponthion bei, Ann. Bert. (Hincm.), auf der von den bischöfen und grossen der treueid für Karl, die feierliche anerkennung seiner kaiserwürde gefordert wird, M. G. Capit. 2,348. Es werden hier die von ihnen mitgebrachten päpstlichen schreiben vom 17. febr. verlesen, welche die bischöfe und grossen zur treue für Karl mahnen und iene, welche Ludwig sich angeschlossen, unter androhung des banns auffordern ihre schuld zu sühnen, Jaffé 2. ed. 3037, 38. Die schreiben an die deutschen bischöfe und grossen, welche der päpstliche legat Willibert in Ponthion übergibt, beschuldigen in geradezu unwürdiger weise den 'Baiernkönig' des friedensbruches und der treulosigkeit gegen seinen bruder, sie schelten die deutschen bischöfe und grossen, dass sie Ludwigs einfall nicht nur nicht verhindert, sondern sogar mitgewirkt, und fordern sie unter androhung der absetzung und des banns auf einen weiteren angriff auf Karls reich hintanzuhalten, Migne 126, 667, 672, Jaffé 2. ed. 3039, 40. Zwei neue päpstliche legaten, die bischöfe Leo von Gabii (Gabinensis M. G. Capit. 2,351), ein neffe des papstes, und Petrus von Fossombrone, welche am 10. iuli in Ponthion eintreffen, Ann. Bert. (Hincm.), sollten Ludwig neue mahnungen überbringen und vermitteln; da sie ihre rückreise beschleunigen, überlassen sie ihren auftrag den beiden andern legaten, M. G. Capit. 2,351 c. 5, 6. Ludwig richtet nun ein schreiben an den papst (deperd.), das der einseitigen Parteinahme desselben einen riegel vorschiebt, denn in seiner antwort vom 1. sept. verspricht dieser, sein früheres verhalten durch die klage Karls entschuldigend, in sehr gemässigtem ton volle unparteilichkeit, Migne 126,680, Jaffé 2. ed. 3044.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1517m, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0876-00-00_1_0_1_1_0_3465_1517m
(Abgerufen am 07.12.2016).