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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Erhebung gegen den kaiser auf anstiften des herzogs Adelchis: überfall des kaisers in der pfalz, gefangennahme desselben, nachdem er sich 3 tage in einem turm, in dem er sich mit gemahlin und tochter zurückgezogen, mit den seinen verteidigt hatte, plünderung seines schatzes (wol auch der beute aus Bari), vertreibung der dislocirten (no 1246g) truppen. Erchempert c. 34 (Adelgisus princeps adversus Lod. erectus cum suis Beneventi infra moenia degentem ac secure quiescentem astu doloso cepit et custodiis mancipavit bonaque eius diripiens ditatus est cunctosque viros exercitales spoliavit et fugere compulit et de exuviis eorum onustatus est), Andreae Berg. Hist. c. 16 (mit der tagesangabe id. aug.), Johannis G. ep. Neap. c. 65 (quo capto unaque cum coniuge sua recluso plurimi Franci luctifero ululatu reversi sunt in regionem suam), V. Athanasii c. 8, Catal. com. Capuae (captus est a Beneventanis mense aug.), Catal. r. Lang. (a. 871 ind. IV comprehensus est ab ipsis sero tempore) M. G. SS. Lang. 247, 248, 435, 448, 498, 502, volkslied auf die gefangennahme des kaisers Muratori Ant. 3,711, Sirmondi Literature du midi 1,22, Grimm Altdeutsche Wälder 2,33, Duméril Poésies popul. 264, M. G. Poetae l. 3,404 (schreibt die erhebung einem Beneventaner Adelferius zu), Ann. Bert. (Hincm.) ed. Waitz 118 (Adalgisus cum aliis Beneventanis adversus ipsum imperatorem conspiravit .. cum idem Ad. noctu super ipsum imp. irruere disposuisset .., nur hier die nachricht von der dreitägigen verteidigung), Regino 871 (die vorgeschichte verworren, mit dem weiteren detail, das sich auch im Chr. Salern. findet, dass man die pfalz, als der kaiser sich tapfer verteidigt, anzündet), Lupus Protospat. 868, Ann. Benev. 871, Chr. Salern. c. 109 (mit sagenhafter ausschmückung) M. G. SS. 5,52; 3,174, 527. Den anlass zur erhebung gab wol zunächst die harte bedrückung des volkes (coeperunt Galli graviter Beneventanos persequi ac crudeliter vexare, Erchempert c. 34; Celus magnum praeparavit in istam provintiam, Regnum nostrum nobis tollit, nos habet pro nihilum, Plures mala nobis fecit, rectum est ut moriad, M. G. Poetae l. 3,404 str. 3 vgl. Chr. Salern. c. 109, das den kaiser der kaiserin vorwerfen lässt, dass sie die schuld daran trage); nach Ann. Bert., deren bericht sich auf die meldung der von Karl d. K. nach Italien gesandten boten stützt, soll der kaiser auf betreiben seiner gemahlin beschlossen haben Adalgis in die verbannung zu schicken, und dies ihn zur gefangennahme des kaisers veranlasst haben; dagegen erzählt eine einheimische, gut unterrichtete quelle, dass die Beneventaner und Salernitaner sich erhoben hätten una cum consilio Sergii ducis (von Neapel vgl. no 1245b), Johannis G. ep. Neap. c. 65. In das komplott war auch Lampert (von Spoleto, schon 860 bundesgenosse des Adalgis von Benevent, seit 866 auch im besitz von Capua, no 1216q, 1233c), und ein andrer Lambert (wol ein verwandter desselben, Wüstenfeld in Forschungen 3,404) verwickelt, die dann vor der rache des kaisers nach Benevent flüchten, Erchempert c. 35, Ann. Bert., und es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass, wie Regino behauptet (Adalgisus Graecorum persuasionibus corruptus), dieses komplott der unteritalischen fürsten sich unter griechischer einflussnahme gebildet hat vgl. Harnack l. c 85. Ganz sagenhaft ist der bericht einer späteren griechischen quelle (Constantin De administr. imp. c. 29 ed. Bonn. 132, darnach Cont. Theoph. c. 57 ed. Bonn. 295 vgl. Chr. Salern. c. 109), dass der herzog von Benevent durch die hinterlist des gefangenen sultans von Bari zur festnahme des kaisers veranlasst worden sei; die sage entstand wol dadurch, dass derselbe von Adalgis frei gelassen wurde, Erchempert c. 38, Johannis Chr. Ven. M. G. SS. 7,20. Die nachricht in Johannis Chr. Ven. l. c. 19, dass man den kaiser tödten wollte, wird durch das volkslied M. G. Poetae l. 3,404 bestätigt, das den kaiser durch Adelferius von der pfalz ins pretorium führen und ihn dort sagen lässt: Tamquam ad latronem venistis cum gladiis et fustibus (Ev. Luc. XXII, 52), Nescio, pro quid causam vultis me occidere; es erzählt weiter, wie man den gefangenen verhöhnte. Zu Karl d. K. dringt die kunde, dass der kaiser mit seiner gemahlin und tochter in Benevent getödtet worden sei, und zugleich treffen gesandte aus Italien ein, die ihn auffordern dahin zu kommen; Karl geht bis Besançon vor und schickt boten nach Italien. die aber melden, dass der kaiser lebe; dies bewegt ihn zur umkehr. Auf das gleiche gerücht hatte Ludwig d. D. seinen sohn Karl in das dem kaiser gebliebene land ienseits des Jura (vgl. no 1216g) abgesandt, um den bewohnern den treueid abzunehmen, 'was er auch tat'. Ann. Bert. vgl. Ann. Fuld.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1251a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0871-08-13_1_0_1_1_0_2739_1251a
(Abgerufen am 28.09.2016).