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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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(Mantua) schenkt der kirche von Reggio auf die durch den grafen Wifred vorgetragene bitte des bischofs Rotfred die insel Suzzara in der grafschaft Brescia zwischen Po und Zara (distr. Gonzaga nö. Guastalla vgl. Amati Dizion. 7,1028) mit hof, kapelle und dem bisher zur grafschaft gehörigen besitz. Adelbertus not. iussu rec. regis. A. inc. 872 imp. XXI ind. IV. Drei transs. von 1271, zwei im arch. vesc., wo auch eine k. s. XIII ex or., eines im arch. capit. zu Reggio, k. s. XV Mantua arch. Gonzaga (sämmtlich ohne wesentliche varianten), *M. G. Dopsch. Ughelli 5. app., 2. ed. 2,249 ex arch. cath. Reg.; Tiraboschi Modena 1b,46 aus k. s. XIII nell'arch. capit. vgl. Muratori Ant. 1,364 (verbesserung angeblich ex or.). Mindestens verdächtig: ein teil des Protokolls und fast der ganze text mit ausnahme der arenga = urk. Karls III 880 ian. 8 or. (wieder ausgeschrieben in der bestätigung Karls III 883 mai 24 or.), welche diese insel als bisheriges krongut (insulam iuris regni nostri Italici wie in no 1246, bestimmter in der bestätigung von 883: pertinens usque tunc ad ius imperii nostri) an Reggio schenkt, wie auch die urk. Ludwigs III 900 okt. 31, Tiraboschi Modena 1b,80 B. 1457, die insel als von Karl III geschenkt bezeichnet. Immerhin wurde die insel noch im 9. iahrh. besitz der kirche von Reggio. Da demnach ein zweck der fälschung nicht gut abzusehen ist, scheint die möglichkeit der echtheit des inhalts nicht ganz ausgeschlossen; gelegentlich gebrauchen auch besitzbestätigungen die formeln der schenkung, Wiener SB. 85,488 n. 7; 92,454, so dass diese urk. iener Karls III als vorlage gedient haben könnte. Aber iene möglichkeit wird durch das protokoll zur unwahrscheinlichkeit: der titel 'Lud. div. ord. prov. imp. aug. invictissimi d. imperatoris Hlotarii filius' wäre nur 850-855 möglich, richtig lautete auch die formel 'dei gratia' vgl. no 1179a, nicht 'div. ord. prov.' wie in den späteren urk. Ludwigs II und allerdings aus vorlage in iener Karls III; der rekognoscent Adelbert ist (von no 1183 abgesehen) nur 857-864 nachweisbar; 'iussu regis' ist an sich unstatthaft, die später seit no 1235 auftretende formel heisst 'iussu piissimi (oder serenissimi) august. d. Hlud.' oder 'iussu imperatoris (imperiali)', übrigens wird sie nie von Adelbert gebraucht; in der datirung ist das inkarnationsiahr unzulässig, kein or. Ludwigs II weist dasselbe auf; die beiden andern iahresdaten fordern die einreihung zu 870, hier ist 'actum Mantua' wieder unmöglich. So zeigt das protokoll überall die läppische hand eines fälschers.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1246, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0870-09-08_1_0_1_1_0_2726_1246
(Abgerufen am 10.12.2016).