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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I

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Durch viele geschenke und die vermittlung der kaiserin erwirkt Lothar, dass der papst vor ihm die messe singt und ihm und seinem gefolge die kommunion reicht, nachdem er die versicherung gegeben, dass er mit Waldrada seit ihrer exkommunikation kein zusammenleben, keinen fleischlichen verkehr oder auch nur eine unterredung gehabt habe; unter den laien erhält auch Gunthar die kommunion, nachdem er dem papst vor allen einen revers überreicht hatte, in dem er der von Nicolaus ausgesprochenen absetzung sich förmlich unterwirft und sich verpflichtet keine gottesdienstliche verrichtung vorzunehmen und sich nicht gegen die römische kirche aufzulehnen. Ann. Bert. (Hincm.) mit dem wortlaut des reverses Gunthars, der die datirung trägt: kal. iul. ind. II in ecclesia. s. Salvatoris, quae est in monasterio s. Benedicti in Cassino. Irrig verlegt Regino 869 diese dramatisch ausgeschmückte szene nach Rom in die Peterskirche, die Transl. s. Glodesindis M. G. SS. 24,507 n. nach S. Anastasia in Rom. Muratori SS. 2b,136 = Mansi 15,890 und Maassen in Wiener SB. 72,532 veröffentlichen eine rede, die allem anschein nach von Hadrian bei dieser gelegenheit in Montecasino gehalten wurde: dieselbe weist die forderung der restitution der verurteilten unbussfertigen geistlichen, namentlich Gunthars, zurück, erkärt, dass Theutberga nur aus todesangst beim päpstlichen stuhl um ehescheidung angesucht habe und dass eine revision des päpstlichen spruches höchstens durch ein allgemeines konzil erfolgen könne, sie warnt endlich diese erzwingen zu wollen und bittet dem kaiser vorzustellen, dass er die kirche schätze und nicht durch forderung solcher zugeständnisse in gefahr bringe. Der einwand Lapôtres in der Revue des questions hist. 1880, 337, dass diese rede, weil vor einem konzil gehalten, nicht in Montecasino vom papst gehalten sein könne, ist gegenüber den ausführungen Maassens l. c. 521 und Dümmlers, Über eine Synodalrede Papst Hadrians II in Berliner SB. phil. hist. Classe 39 (1899), 753 f., der auch für die von Schrörs Hinkmar 345 n. in abrede gestellte zugehörigkeit des zweiten teils dieser rede (veröffentlicht von Maassen l. c. 541-554) eintritt, ohne entscheidenden belang; eine weitere begründung seiner früheren annahme gibt Schrörs im Hist. Jahrbuch 22 (1901), 23.

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Empfohlene Zitierweise

RI I n. 1324c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0869-07-01_1_0_1_1_0_2911_1324c
(Abgerufen am 25.09.2016).